Heute steht unser Hotelbetrieb mit 8 Zimmern im Mittelpunkt. Doch wo heute unsere Hotelgäste übernachten, kehrten bereits vor über 241 Jahren Dorfbewohner, Kutscher und Reisende ein. Diese Seite erzählt die Geschichte des Goldenen Ochsen mit Gaststätte, Metzgerei, Landwirtschaft und Hotelbetrieb.

Worum es auf dieser Seite geht

Diese Seite bündelt historische Bilder, Inhaber, Baugeschichte, alte Dokumente und wichtige Eckdaten zur Entwicklung des Goldenen Ochsen in Göppingen-Hohenstaufen.

  • Seit 1785 ist der historische „Ochsen“ belegt; das Gebäudeschätzungsprotokoll von 1865 mit der Angabe „alt Ochsen 80 Jahre“ bestätigt diese frühe Datierung zusätzlich.
  • Seit dem 19. Jahrhundert ist der Betrieb archivalisch gut greifbar.
  • Die eigene Landwirtschaft wurde 1960 aufgegeben; Wald, Wiesen und Äcker wurden ab dann verpachtet oder verkauft.
  • Ab 1965 erscheint der Name „Goldener Ochsen“.
  • Unsere Gaststätte hat derzeit keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Externe Gäste werden je nach betrieblicher Verfügbarkeit gelegentlich und unregelmäßig bewirtet. Die Gaststätte kann dabei nur stundenweise, an einzelnen Tagen oder auch an mehreren Tagen geöffnet sein. Den tagesaktuellen Status finden Sie oben auf dieser Seite. Das Hotel bleibt wie gewohnt geöffnet.
  • Die Metzgerei ist nicht abgemeldet; der aktive Metzgereibetrieb ruht derzeit aus personellen Gründen.
Durch die Lage am Fuße des Hohenstaufen verbindet diese Seite Ortsgeschichte, Hausgeschichte und den Blick auf das heutige Umfeld.

Schneller Zugriff

Der Ochsen um 1877
Der Ochsen vor 1890
Der Ochsen um 1900 – kolorierte Ansicht
Weitere Ansicht um 1900
Goldener Ochsen 1977 – Ansicht 1
Goldener Ochsen 1977 – Ansicht 2

Historische Fakten zum Goldenen Ochsen

Name: Hotel Goldener Ochsen / früher Gasthaus zum Ochsen
Ort: Göppingen-Hohenstaufen, Ailstraße 1
Belegter Beginn des historischen „Ochsen“: 1785
Frühe bekannte Nennung: 1804 als „Ochsenwirt“ Georg Dannenmann
Historische Nutzung: Gasthaus, Metzgerei, Landwirtschaft und später Hotelbetrieb
Heute: kleines Hotel mit 8 Zimmern in Göppingen-Hohenstaufen; der aktive Metzgereibetrieb ruht derzeit aus personellen Gründen; unsere Gaststätte hat derzeit keine regelmäßigen Öffnungszeiten und eine Bewirtung ist je nach Verfügbarkeit und Personalsituation möglich

Inhaltlich geprüft am 28. August 2026

Ausführliche Vertiefungen zur Hausgeschichte

Diese Seite gibt den Überblick über Bilder, Inhaber, Baugeschichte und wichtige Eckdaten. Für die frühe Zeit bis zum Ende des 19. Jahrhunderts gibt es zusätzlich die ausführliche Geschichte des Goldenen Ochsen vor 1900. Die Entwicklung im 20. und 21. Jahrhundert – mit Landwirtschaft bis 1960, Metzgerei, Hotelbetrieb, Modernisierungen und Familienbetrieb – ist auf der Seite Geschichte des Goldenen Ochsen ab 1900 zusammengefasst.

Tradition, die man spürt

Der Ochsen ist seit Generationen Familienbetrieb. Viele Details aus Urkunden, Protokollen und Archivalien zeigen: Hier war immer ein Ort zum Ankommen, Essen und Austausch. Diese Haltung prägt das Haus bis heute.

1. Historische Bilder und Infos

Die Nachforschungen in den Quellen des Hohenstaufener Ortsarchivbestands und anderen Materialien lassen erkennen, dass der Ochsen auf eine rund 241 Jahre währende, gut greifbare Bau- und Betriebsgeschichte zurückblicken kann.

Ein Haus mit langer Chronik

Viele Details werden in Urkunden, Protokollen und Archivalien greifbar – und erzählen von Metzgerei, Gasthof und Dorfleben als sozialem Mittelpunkt.

2. Inhaber (soweit bekannt)

3. Gebäudebeschreibungen

4. Die Geschichte des „Ochsen“ und des späteren „Goldenen Ochsen“

Die Geschichte unseres traditionsreichen Hauses beginnt mit dem historischen „Ochsen“, der seit 1965 den Namen „Goldener Ochsen“ trägt.

Für die Datierung ist ein Gebäudeschätzungsprotokoll aus dem Jahr 1865 besonders wichtig. Es bezeichnet das damalige Wohn- und Wirtschaftsgebäude ausdrücklich als „alt Ochsen 80 Jahre“. Diese Angabe ist ein zusätzlicher historischer Beleg für die bereits für 1785 gesicherte Geschichte des „Ochsen“.

Das Gebäudeschätzungsprotokoll aus dem Jahr 1865 beschreibt das damalige Wohn- und Wirtschaftsgebäude wörtlich als „alt Ochsen 80 Jahre“ und dokumentiert damit auch aus späterer archivalischer Sicht die frühe Geschichte des Hauses.

Die Angabe „80 Jahre“ verweist rechnerisch ebenfalls auf das Jahr 1785 und bestätigt damit die gesicherte Datierung. Da das Protokoll das Anwesen nicht nur als beliebiges Gebäude, sondern ausdrücklich als „Ochsen“ bezeichnet, steht diese Angabe für den damals bereits bestehenden historischen Gasthausbetrieb. Für das Jahr 1804 ist Georg Dannenmann zusätzlich ausdrücklich als „Ochsenwirt“ belegt.

Gerade die Lage des Hauses spricht für eine längere Tradition: Der „Ochsen“ liegt unmittelbar an der früheren Durchgangsstraße des Ortes und am Weg hinauf zur Burg Hohenstaufen. Solche Knotenpunkte waren über Jahrhunderte bevorzugte Rast- und Versorgungsorte für Reisende, Fuhrleute, Händler und Besucher der Burg.

Das Jahr 1785 ist der gesicherte Beginn der nachvollziehbaren Geschichte des historischen „Ochsen“. Die Tradition des Hauses lässt sich heute über 241 Jahre zurückverfolgen; ältere Wurzeln der Gastlichkeit an dieser Stelle sind möglich, bislang jedoch nicht in gleicher Weise belegt. Die frühe Einordnung des Hauses als Gasthof, Metzgerei, Landwirtschafts- und Versorgungsbetrieb wird auf der Seite Geschichte des Goldenen Ochsen vor 1900 ausführlicher dargestellt.

Pioniergeist am Berg: der Hinweis „Telefon Nr. 2“

Wenn neue Technik Einzug hält, wird sie in Werbung und Verzeichnissen oft besonders hervorgehoben – und genau das lässt sich auch für unser Haus historisch beobachten: In überlieferten Teilnehmer- und Adressverzeichnissen sowie auf zeittypischen Werbeträgern erscheint der Eintrag „Gasthaus und Metzgerei z. Ochsen“ in Hohenstaufen mit dem Hinweis „Telefon Nr. 2“.

Das ist ein starkes Indiz dafür, dass die telefonische Erreichbarkeit damals als Besonderheit galt und bewusst herausgestellt wurde. Historisch wichtig ist dabei eine vorsichtige Einordnung: Solche knappen Rufnummern waren häufig orts- oder netzbezogen, also an den jeweiligen Ortseintrag oder das damalige Ortsnetz gebunden.

Dass ähnliche kurze Rufnummern auch anderswo vorkommen konnten, ist deshalb kein Widerspruch. Für Hohenstaufen bleibt der Kernpunkt deutlich: Der „Ochsen“ ist dort mit einer sehr frühen, knappen Rufnummer überliefert und beworben.

Ebenso anschaulich ist, wie sich eine Telefonnummer im Lauf der Jahrzehnte mit der Technik verändert: Überliefert sind spätere Formen wie „262“ bis hin zur heutigen „8062“. Unter der 07165 8062 ist unser Haus bis heute persönlich erreichbar – ganz im Sinne jener frühen telefonischen Präsenz, auf die man schon damals sichtbar hinwies.

Eine weitere bekannte Notiz, die den Namen „Ochsen“ ausdrücklich erwähnt, stammt vom 15. September 1804. An diesem Tag verkaufte der Hohenstaufener Bürger Mateus Bidlingmaier Äcker an den damaligen „Ochsenwirt“ Georg Dannenmann.

Autarke Versorgung & Handwerk

Vom Acker direkt auf den Teller: Über lange Zeit gehörten Landwirtschaft, Viehhaltung, Metzgerei, Gastwirtschaft und handwerkliche Eigenversorgung eng zusammen – ein Bild, das den Goldenen Ochsen über Generationen prägte.

Schon früh war der „Ochsen“ ein vielseitiger Betrieb und Treffpunkt für Reisende, Kutscher und Einheimische.

Fremdenzimmer, Saal und Terrasse – amtlich dokumentiert

Zur Geschichte der Gastwirtschaft gehören nicht nur überlieferte Bilder und Erzählungen, sondern auch sehr konkrete amtliche Raumangaben. Eine Terrasse des Ochsen ist bereits für 1906 gesichert belegt. Spätere Erlaubnisunterlagen zeigen, dass Außenbewirtung, Saal und Beherbergung über Jahrzehnte feste Bestandteile des Betriebs waren.

Eine Erlaubnisurkunde aus 1938, die auf die bestehende Erlaubnis vom 21. Januar 1920 Bezug nimmt, nennt ein Wirtschaftszimmer und zwei Nebenzimmer im Erdgeschoss, einen Saal und zwei weitere Zimmer im I. Stock, außerdem einen Wirtschaftsgarten und eine Terrasse sowie zwei Fremdenzimmer im II. Stock. Damit ist der damalige Ochsen amtlich zugleich als Gastwirtschaft mit mehreren Räumen, Saalbetrieb, Außengastronomie und Beherbergungsbetrieb greifbar.

Erhaltene Raumstruktur der Gaststätte: Die in den historischen Erlaubnisunterlagen beschriebene Raumstruktur im Erdgeschoss ist bis heute erhalten. Das damalige Wirtschaftszimmer bildet weiterhin den eigentlichen Gastraum. Auch die beiden dazugehörigen Nebenzimmer bestehen noch; die Räume wurden im Laufe der Jahrzehnte modernisiert, ihre grundlegende Anordnung blieb jedoch erhalten.

Das größere Nebenzimmer kann heute durch eine große Faltwand von der Gaststätte getrennt oder mit ihr zu einem gemeinsamen größeren Gastraum verbunden werden. Vom größeren Nebenzimmer führt eine weitere Tür in das kleinere Stüble.

Dieses etwa 15 bis 16 m² große Stüble ist ebenfalls bis heute erhalten. Nach der familiären Überlieferung unseres Hauses wurde es früher als „Kutscherstüble“ bezeichnet. Diese Bezeichnung ist aus den Erinnerungen der älteren Generation unserer Familie überliefert; in den bisher ausgewerteten amtlichen Unterlagen wird der Raum dagegen lediglich als eines der Nebenzimmer geführt.

Bemerkenswert ist auch die bis heute nachvollziehbare Erschließung der Räume: Vom Hausgang aus bestehen getrennte Zugänge sowohl zur Gaststätte als auch unmittelbar zum Stüble. Das Stüble ist darüber hinaus mit dem größeren Nebenzimmer verbunden. Damit lässt sich die in den historischen Unterlagen beschriebene Gliederung in Wirtschaftszimmer und zwei Nebenzimmer noch heute im Gebäude erkennen.

Noch genauer wird die räumliche Struktur in der Gaststättenerlaubnis von 1965 beschrieben: sechs Fremdenzimmer im II. Stock, ein 66 m² großes Wirtschaftszimmer und ein 32 m² großes Nebenzimmer im Erdgeschoss, ein 115 m² großer Saal im I. Stock sowie eine 36 m² große Terrasse an der Südseite der Gaststätte.

Auch der Namenswechsel lässt sich in den Unterlagen dieses Jahres unmittelbar verfolgen: In der Gewerbeanmeldung vom Januar 1965 heißt der übernommene Betrieb noch „Gasthaus und Metzgerei zum ‚Ochsen‘“; die Gaststättenerlaubnis vom April bezeichnet ihn bereits als „Goldenen Ochsen“.

Die Unterlagen dokumentieren außerdem eine Veränderung der Anschrift: In den älteren Erlaubnisunterlagen wird der „Ochsen“ noch unter Hauptstraße 37 geführt; spätestens 1965 lautet die Anschrift bereits Ailstraße 1. Die Änderung erfolgte damit noch während Hohenstaufen eine selbständige Gemeinde war und vor der Eingemeindung nach Göppingen im Jahr 1971. Wann genau die Straßenbezeichnung und Hausnummerierung geändert wurden, lässt sich aus den bisher ausgewerteten Unterlagen noch nicht eindeutig bestimmen.

Im Zusammenhang mit Wilhelm Raabes Roman Christoph Pechlin ist der amtlich belegte Saal besonders interessant: Raabe spricht bereits 1873 literarisch vom Tanzsaal des Ochsen. Die späteren Erlaubnisurkunden von 1938 und 1965 belegen unabhängig davon tatsächlich einen Saal im Ochsen. Ob es sich dabei baulich um genau denselben Raum handelt, lässt sich aus diesen Unterlagen allein jedoch nicht beweisen.

Zum Anwesen gehörten seinerzeit nicht nur ein hofeigener Brunnen, ein Schweine-, Kuh- und Hühnerstall und eine geräumige Scheune, sondern auch Wälder und Felder, die das Haus mit Erzeugnissen aus eigener Bewirtschaftung versorgten.

Der hofeigene Brunnen war Teil dieser früheren Eigenversorgung. Im Zuge moderner Anforderungen an Hygiene und Lebensmittelsicherheit im Lebensmittelbetrieb wurde er später außer Betrieb genommen und zugeschüttet.

Es wurden Schweine, Ochsen, Rinder, Kälber und Schafe im Haus geschlachtet, Wurstwaren gefertigt und unmittelbar vor Ort angeboten.

Ergänzt wurde das Angebot durch Milch und selbstgemachte Butter von eigenen Kühen, frische Eier von eigenen Hühnern, selbstgebackenes Brot, eine eigene Brennerei, in der Destillate entstanden, und hausgemachten Most, der aus den Obstwiesen des Anwesens gepresst wurde.

Zur Geschichte des Hauses gehört aber auch der Wandel: Die eigene Landwirtschaft wurde 1960 aufgegeben; Wald, Wiesen und Äcker wurden ab diesem Zeitpunkt verpachtet oder verkauft. Damit verlagerte sich der Schwerpunkt des Betriebs im Lauf der Zeit stärker auf Gastwirtschaft, Hotel und Metzgerei. Die ausführliche Entwicklung ab 1900 ist auf der Seite Geschichte des Goldenen Ochsen ab 1900 genauer beschrieben.

Aktuelle Einordnung zur Metzgerei

Zur jüngeren Hausgeschichte gehört auch die aktuelle Einschränkung des Metzgereibetriebs. Die Metzgerei wurde nicht abgemeldet; der aktive Betrieb ruht jedoch derzeit aus personellen Gründen. Ladenverkauf, Produktion und Schlachtung finden bis auf Weiteres nicht statt.

Derzeit gibt es keinen Verkauf mehr – auch nicht über die Gaststätte. Ebenso findet kein Onlineverkauf, kein Partyservice, kein Catering und keine Produktion statt.

Aktuelle Einordnung zum Gaststättenbetrieb

Unsere Gaststätte hat derzeit keine regelmäßigen Öffnungszeiten. Auch die Bewirtung unserer Übernachtungsgäste ist je nach Verfügbarkeit und Personalsituation möglich. Ob neben Getränken auch Speisen angeboten werden, richtet sich ebenfalls nach der jeweiligen Verfügbarkeit.

Eine Bewirtung externer Gäste ist je nach Verfügbarkeit und Personalsituation gelegentlich und unregelmäßig möglich. Die Gaststätte kann daher auch nur stundenweise geöffnet sein. Ob geöffnet ist, geben wir tagesaktuell auf der Webseite bekannt; vor Ort erkennen Sie eine aktuelle Öffnung zusätzlich an unserem gut sichtbaren „Geöffnet“-Schild im Fenster.

Unser Hotel ist wie gewohnt geöffnet. Auch wenn wir derzeit nicht jederzeit in der Gaststätte bewirten können, freuen wir uns weiterhin darauf, Gäste im Hotel Goldener Ochsen willkommen zu heißen.

Strategische Lage am Hohenstaufen

Unmittelbar daran vorbei führte einst eine bedeutende Handels- und Durchgangsstraße, und noch heute leitet der alte Weg Gäste hinauf zur geschichtsträchtigen Burgruine der Staufer.

Wilhelm Raabe und der „Ochsen zu Hohenstaufen“ in Christoph Pechlin (1873)

Ein außergewöhnliches literarisches Zeugnis für den „Ochsen“ stammt aus dem 19. Jahrhundert: Wilhelm Raabe verlegte einen längeren Teil seines 1873 erschienenen Romans Christoph Pechlin nach Hohenstaufen. Dabei nennt er nicht nur das Dorf und den Burgberg, sondern unterscheidet innerhalb der Handlung ausdrücklich zwischen den beiden Gasthäusern „Ochsen“ und „Lamm“.

Für unsere Hausgeschichte ist das besonders interessant, weil der historische „Ochsen“ bereits lange vor Erscheinen des Romans archivalisch belegt ist. Raabes Text ist selbstverständlich Literatur und keine amtliche Chronik. Die wiederholten und erstaunlich konkreten Nennungen zeigen jedoch, wie der „Ochsen zu Hohenstaufen“ in der Romanhandlung als Gasthaus, möglicher Übernachtungsort, Hochzeitslokal und Ort mit Tanzsaal erscheint.

Hinweis zur Kapitelzählung: Projekt Gutenberg führt Titelseite und Vorwort als eigene Web-Kapitel. Deshalb weichen die dortigen Web-Kapitelnummern von den Kapitelnummern des Romans ab. Im Folgenden nennen wir jeweils zuerst das Kapitel des Romans und anschließend das entsprechende Web-Kapitel bei Projekt Gutenberg.

1. Unterkommen im Ochsen – und Hochzeit, Musik und Tanz

Noch bevor die große Hochzeitsszene beginnt, nennt Raabe den Ochsen ausdrücklich als mögliche Unterkunft und verbindet ihn unmittelbar mit dem Festbetrieb:

„Im Ochsen ist Hochzeit, Musik und Tanz, und hineingucken werde ich jedenfalls“

Wilhelm Raabe, Christoph Pechlin, 14. Kapitel (Projekt Gutenberg: Web-Kapitel 16): Originalpassage bei Projekt Gutenberg

2. Die Hochzeit findet ausdrücklich im Ochsen statt

Vom Burgberg aus hören die Romanfiguren die Musik aus dem Dorf. Raabe macht dabei ausdrücklich klar, welches der beiden Gasthäuser Schauplatz der Hochzeit ist:

„das Getön der Hochzeit im Ochsen zu Hohenstaufen; – im Ochsen, nicht im Lamm!“

Wilhelm Raabe, Christoph Pechlin, 15. Kapitel (Projekt Gutenberg: Web-Kapitel 17): Originalpassage bei Projekt Gutenberg

3. Raabe nennt ausdrücklich den „Tanzsaal des Ochsen“

Im folgenden Kapitel stellt Raabe die beiden Gasthäuser erneut gegenüber und bezeichnet den Saal des Ochsen ausdrücklich als Tanzsaal:

„Je lustiger und wilder es im Tanzsaal des Ochsen zuging, desto stiller und stummer lag der im Lamm da“

Anschließend beschreibt die Romanhandlung den Saal im Ochsen mit Tanzenden, Hochzeitsgästen und Musikanten. Damit ist der Tanzsaal innerhalb der literarischen Darstellung nicht nur beiläufig erwähnt, sondern ein zentraler Schauplatz der Szene.

Wilhelm Raabe, Christoph Pechlin, 16. Kapitel (Projekt Gutenberg: Web-Kapitel 18): Originalpassage bei Projekt Gutenberg

4. Sir Hugh hat Zimmer im Ochsen bestellt

Besonders bemerkenswert für die Geschichte der Beherbergung ist Sir Hugh Sliddery. Raabe verortet ihn eindeutig im „Ochsen zu Hohenstaufen“ und erwähnt dort bestellte Zimmer:

„Sir Hugh saß … im Ochsen zu Hohenstaufen, allwo er wieder einmal chambers bespoken hatte“

Dass chambers bespoken bei Raabe tatsächlich gemietete beziehungsweise bestellte Zimmer bedeutet, erläutert der Roman an einer früheren Stelle selbst.

Wilhelm Raabe, Christoph Pechlin, 17. Kapitel (Projekt Gutenberg: Web-Kapitel 19): Sir Hugh und die Zimmer im Ochsen
Begriffserklärung im 8. Kapitel (Projekt Gutenberg: Web-Kapitel 10): „chambers bespoken“ bei Projekt Gutenberg

5. Der Ochsen als detailliert geschilderter Festort

Raabe führt Sir Hugh im nächsten Kapitel erneut in den Ochsen. Er sitzt mitten unter der Hochzeitsgesellschaft; die Szene beschreibt unter anderem den Saal, seine Tür, Tische und die Musikantenbühne.

„Da saß er ganz behaglich zwischen dem Brautvater und dem Küster“

Im weiteren Verlauf breitet sich der Tumult laut Roman vom Saal über die Treppe bis vor das Haus aus. Diese Details machen den Ochsen zu einem ungewöhnlich anschaulich beschriebenen Schauplatz der Hohenstaufen-Episode.

Wilhelm Raabe, Christoph Pechlin, 18. Kapitel (Projekt Gutenberg: Web-Kapitel 20): Originalpassage bei Projekt Gutenberg

6. Ochsen, Lamm und die Dorfgasse

Auch die Lage der beiden Gasthäuser zueinander spielt in der Handlung eine Rolle. Die Hochzeitsgesellschaft bewegt sich vom Ochsen durch die Dorfgasse in Richtung Lamm:

„die Hochzeitsgesellschaft aus dem Ochsen … die Dorfgasse“

Raabe behandelt „Ochsen“ und „Lamm“ damit wiederholt als voneinander getrennte und innerhalb des Dorfes räumlich aufeinander bezogene Gasthäuser.

Wilhelm Raabe, Christoph Pechlin, 20. Kapitel (Projekt Gutenberg: Web-Kapitel 22): Originalpassage bei Projekt Gutenberg

Was lässt sich daraus historisch ableiten? Unser „Ochsen“ ist archivalisch bereits lange vor 1873 belegt. Raabe nennt in seinem Roman ausdrücklich einen „Ochsen zu Hohenstaufen“ und beschreibt ihn über mehrere Kapitel hinweg mit Unterkunft, Hochzeitsbetrieb und Tanzsaal. Deshalb liegt die Annahme nahe, dass ein realer Hohenstaufener Gasthof als örtlicher Bezugspunkt in die Romanhandlung eingegangen ist.

Was beweist der Roman nicht? Ein literarisches Werk ist keine Bauakte oder Gaststättenurkunde. Allein aus dem Roman lässt sich daher beispielsweise nicht beweisen, dass jede beschriebene Feier tatsächlich stattgefunden hat oder jeder bauliche Einzelzug exakt der damaligen Realität entsprach. Die Nennung des „Ochsen zu Hohenstaufen“ selbst und seine konkrete literarische Darstellung sind jedoch eindeutig im Text nachlesbar.

Ihr nächster Schritt

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5. Quellenangaben

6. Haftungshinweis