Stauferaufstieg, Königswahl, Welfenkonflikt und Kreuzzug

König Konrad III. – erster staufischer König, Kreuzzug und Thronkonflikt

Konrad III. stand zwischen salischem Erbe und staufischem Königtum, zwischen Wahlmonarchie und dynastischem Anspruch, zwischen innerdeutschem Welfenkonflikt und europäischer Kreuzzugspolitik. Seine Herrschaft wird oft auf Niederlagen reduziert. Diese Seite rekonstruiert dagegen Herkunft, Gegenkönigtum, Königswahl, Hof, Urkunden, Friedenspolitik, Weinsberg, den Zweiten Kreuzzug, die byzantinischen Beziehungen, Nachfolge und spätere Legenden – mit klarer Trennung von sicheren Daten, Forschungsdebatten und Erinnerungskultur.

Regierungszeit · 1138 bis 1152 Redaktion: Familie Mayer
1093/1094ungefähres Geburtsjahr; ein exakter Geburtstag ist nicht überliefert
1138–1152römisch-deutscher König und erster anerkannter Staufer auf dem Königsthron
1147–1149Teilnahme am Zweiten Kreuzzug mit schweren militärischen Rückschlägen
15. Februar 1152Tod in Bamberg und Bestattung im Bamberger Dom

Warum Konrad III. für die Staufergeschichte entscheidend ist

Konrad III. war nicht der berühmteste Staufer. Im öffentlichen Gedächtnis wird er von seinem Neffen Friedrich Barbarossa und von Friedrich II. überragt. Trotzdem markiert seine Königswahl von 1138 einen Wendepunkt: Er war der erste Angehörige der staufischen Familie, der als allgemein anerkannter römisch-deutscher König regierte. Ohne diese vierzehnjährige Herrschaft wäre der spätere Aufstieg der Staufer zur europäischen Kaiserdynastie kaum in derselben Form denkbar.

Konrads Regierungszeit war jedoch weder eine geradlinige Erfolgsgeschichte noch bloß eine Serie von Fehlschlägen. Sie begann mit einer ungewöhnlich frühen und nur von einem begrenzten Fürstenkreis getragenen Wahl. Sie wurde durch den Konflikt mit den Welfen belastet. Der Zweite Kreuzzug brachte enorme Verluste und keinen dauerhaften Erfolg im Heiligen Land. Eine Kaiserkrönung in Rom erreichte Konrad nicht. Sein ältester Sohn starb vor ihm, und sein jüngerer Sohn folgte ihm nicht auf dem Thron.

Diese Bilanz erklärt, warum ältere Historiker häufig von einem „glücklosen“ König sprachen. Eine solche Formel ist eingängig, aber zu grob. Königsherrschaft im 12. Jahrhundert beruhte nicht nur auf Schlachtensiegen und Kaiserkrönungen. Sie zeigte sich ebenso in der Anerkennung durch Fürsten, der Bewegung des Hofes, der Ausstellung von Urkunden, der Vermittlung von Konflikten, dem Schutz geistlicher Einrichtungen, dynastischen Ehen, internationalen Bündnissen und der Fähigkeit, Nachfolge vorzubereiten.

Grundsatz dieser Seite: Konrad III. wird weder zum unterschätzten Universalgenie umgedeutet noch auf „Kreuzzugsversager“ und „Vorgänger Barbarossas“ reduziert. Entscheidend ist, was zeitnahe Quellen, Urkunden und moderne Forschung tatsächlich tragen.

Name, Titel und Zählung: König Konrad, nicht Kaiser Konrad

Die gebräuchliche Bezeichnung lautet Konrad III. Die Zählung bezieht sich auf die römisch-deutschen Könige dieses Namens. Mittelalterliche Urkunden verwendeten keine moderne biographische Überschrift wie „Konrad III. von Hohenstaufen“. Der Herrscher erscheint in lateinischen Formeln als Konrad, von Gottes Gnaden König der Römer. Die heutige Dynastiebezeichnung „Staufer“ erleichtert die Einordnung, ist aber eine spätere historiographische Sammelbezeichnung.

Konrad war römisch-deutscher König, nicht gekrönter Kaiser. Im 12. Jahrhundert konnte ein gewählter und gekrönter König die Herrschaft im Reich ausüben, ohne bereits die Kaiserkrone empfangen zu haben. Die Kaiserkrönung erforderte den Zug nach Rom und die Krönung durch den Papst beziehungsweise in den zeitgenössischen Konflikten zumindest eine entsprechende kirchliche Handlung. Konrad plante Italienpolitik und stand mit dem Papsttum in Verbindung, gelangte aber nicht zur Kaiserkrönung.

Historisch korrekt

König Konrad III., römisch-deutscher König, erster anerkannter Stauferkönig.

Häufig, aber ungenau

„Kaiser Konrad III.“ – diese Benennung überträgt die spätere staufische Kaiserwürde rückwirkend auf einen Herrscher, der nie zum Kaiser gekrönt wurde.

Auch die Formulierung „deutscher König“ ist eine moderne Verständnishilfe. Das Reich des 12. Jahrhunderts war kein deutscher Nationalstaat. Es umfasste unterschiedliche Regionen, Herrschaftstraditionen und später wieder stärker Italien und Burgund. Wer Konrad ausschließlich als deutschen Territorialherrscher beschreibt, verengt seinen politischen Horizont.

Quellenlage: Urkunden, Chroniken und spätere Deutungen

Konrads Leben ist besser belegt als das vieler regionaler Adeliger, aber lückenhafter als eine moderne politische Biographie. Die wichtigsten Quellengruppen sind Königsurkunden, Briefe, päpstliche Schreiben, Annalen, Chroniken, Berichte über den Zweiten Kreuzzug und die Werke Ottos von Freising. Jede dieser Quellen verfolgt eigene Ziele.

Urkunden

Sie dokumentieren Rechtsakte, Schutz, Besitzbestätigungen, Schenkungen, Privilegien, Empfänger und Zeugen. Sie zeigen Herrschaftspraxis, erzählen aber selten ausführlich Motive oder persönliche Gefühle.

Chroniken

Sie ordnen Ereignisse erzählerisch. Nähe zur Zeit erhöht ihren Wert, beseitigt aber Parteilichkeit, moralische Deutung und literarische Gestaltung nicht.

Spätere Erinnerung

Gemälde, Denkmäler, Sagen und populäre Darstellungen prägen Konrads Bild. Sie sind Quellen für Erinnerungskultur, nicht automatisch Belege für Ereignisse des 12. Jahrhunderts.

Otto von Freising: nah verwandt und dennoch kein neutraler Beobachter

Otto von Freising war ein Halbbruder Konrads: Beide hatten Agnes von Waiblingen zur Mutter, stammten aber aus deren zwei Ehen. Otto war Bischof, Gelehrter, Kreuzzugsteilnehmer und später Autor der „Taten Friedrichs“. Seine Nähe zum staufisch-babenbergischen Familienverband macht seine Berichte besonders wertvoll. Gerade diese Nähe verlangt jedoch Quellenkritik. Otto schrieb mit theologischen Deutungsmustern und im Umfeld Barbarossas. Seine Darstellung der Vergangenheit erklärt und legitimiert auch die neue Herrschaft Friedrichs I.

Die Forschung hat ihr Urteil verändert

Ältere Geschichtsschreibung maß Konrad stark an idealisierten Vorstellungen kraftvoller Königsgewalt und am späteren Erfolg Barbarossas. Fehlende Kaiserkrönung, Welfenkonflikt und Kreuzzugsniederlage erschienen als Beweise persönlicher Schwäche. Neuere Arbeiten untersuchen genauer, welche Fürsten am Hof erschienen, wie Urkunden produziert wurden, welche Regionen Konrad bereiste, wie geistliche und weltliche Eliten eingebunden waren und wie begrenzt die Ressourcen jedes mittelalterlichen Königs tatsächlich waren.

Eine differenzierte Bewertung darf Misserfolge nicht wegreden. Konrad konnte den Welfenkonflikt nicht dauerhaft lösen, der Kreuzzug scheiterte, sein Italienprojekt blieb unvollendet und die Nachfolge seines eigenen Sohnes misslang. Aber dieselben Jahre zeigen eine funktionierende Kanzlei, weitreichende Beziehungen, kirchliche Kooperation, dynastische Netzwerke und eine Königsherrschaft, die Barbarossas rasche Wahl 1152 überhaupt erst in einem staufisch geprägten Rahmen möglich machte.

Herkunft: Staufischer Herzogsohn und salischer Kaiserenkel

Konrad wurde wahrscheinlich 1093 oder 1094 geboren. Sein Vater war Friedrich I., Herzog von Schwaben. Seine Mutter Agnes von Waiblingen war eine Tochter Kaiser Heinrichs IV. aus dem salischen Herrscherhaus. Konrad verband damit zwei Herkunftslinien, die für seine spätere Politik entscheidend wurden: die regionale Machtbasis der frühen Staufer und das prestigereiche Erbe der Salier.

Sein älterer Bruder Friedrich II. folgte dem Vater 1105 als Herzog von Schwaben. Konrad war deshalb nicht der vorrangige Erbe des schwäbischen Herzogtums. Gerade als jüngerer Sohn konnte er jedoch für weitere Herrschaftsaufgaben, kirchliche oder weltliche Ämter und dynastische Projekte eingesetzt werden. Die Brüder handelten über lange Strecken gemeinsam, waren aber keine identischen politischen Figuren.

Nach dem Tod Friedrichs I. heiratete Agnes den Babenberger Leopold III. von Österreich. Aus dieser zweiten Ehe entstand ein weit verzweigtes Halbgeschwisternetz. Dazu gehörte Otto von Freising. Diese Verbindung zwischen Staufern und Babenbergern beeinflusste die Reichspolitik über Jahrzehnte. Sie erklärt, warum Familiengeschichte im Mittelalter nicht nur aus einer geraden väterlichen Linie bestand.

Was die Bezeichnung „von Hohenstaufen“ leistet – und was nicht

Konrad gehört unzweifelhaft zur Familie, die nach der Burg Hohenstaufen benannt wird. Daraus folgt aber nicht, dass er seine Kindheit vollständig auf der Gipfelburg verbrachte oder von dort aus regierte. Für eine moderne Biographie wäre eine feste Residenz selbstverständlich; für hochmittelalterliche Fürsten und Könige war Mobilität normal. Aufenthalte müssen einzeln aus Urkunden, Zeugenlisten und erzählenden Quellen erschlossen werden.

Sicher: Konrad war ein Sohn des staufischen Herzogs Friedrich I. und der salischen Kaisertochter Agnes. Nicht sicher: ein genau rekonstruierbarer Geburtsort, eine durchgehende Kindheit auf der Burg Hohenstaufen oder ein festes „Stammschlossleben“ nach späterer romantischer Vorstellung.

Das salische Erbe und die Königswahl von 1125

Als Kaiser Heinrich V. 1125 ohne legitimen Sohn starb, endete die salische Herrscherlinie im Mannesstamm. Die Staufer waren über Agnes eng verwandt und konnten daraus hohes dynastisches Prestige ableiten. Ein automatisches Erbrecht auf die Krone bestand jedoch nicht. Das römisch-deutsche Königtum beruhte auf Wahl und Anerkennung durch die Großen des Reiches.

Konrads älterer Bruder Friedrich II. von Schwaben galt als wichtiger Kandidat. Gewählt wurde aber Lothar von Süpplingenburg, Herzog von Sachsen. In der Forschung wird diskutiert, welche Faktoren den Ausschlag gaben: die Sorge vor einer staufischen Machtkonzentration, Friedrichs Auftreten, kirchliche Interessen, regionale Bündnisse und das Selbstverständnis der Fürsten als Wähler.

Der Konflikt verschärfte sich durch die Frage, welche Güter zum privaten salischen Familienerbe und welche zum Reich gehörten. Mittelalterliche Besitzkategorien waren nicht immer sauber getrennt. Burgen, Höfe, Rechte und Vogteien konnten dynastisch genutzt worden sein, ohne deshalb frei vererbbares Privateigentum zu sein. Lothar verlangte Reichsgut zurück; die Staufer sahen sich in eigenen Ansprüchen verletzt.

Dieser Streit war nicht bloß ein Familienzwist. Er berührte ein Grundproblem mittelalterlicher Herrschaft: Wie weit durfte ein neu gewählter König auf Ressourcen zugreifen, die sein Vorgänger und dessen Familie genutzt hatten? Und wie weit konnte eine verwandte Adelsfamilie aus dynastischer Nähe Ansprüche ableiten? Konrads Gegenkönigtum entstand aus diesem Spannungsfeld.

Gegenkönig 1127 bis 1135: Konrads erster Griff nach der Krone

Am 18. Dezember 1127 wurde Konrad von staufischen Anhängern zum Gegenkönig erhoben. Der in den Quellen genannte Ort „Niwenburch“ ist nicht zweifelsfrei identifiziert. Ältere Darstellungen setzten ihn häufig mit Nürnberg gleich; neuere Forschung erwägt andere Orte. Schon dieses Detail zeigt, wie vorsichtig scheinbar feste Stationen einer mittelalterlichen Biographie zu behandeln sind.

Eine Gegenkönigserhebung bedeutete den offenen Bruch mit Lothar III. Konrad und seine Partei erklärten nicht lediglich politische Opposition, sondern beanspruchten die Königswürde selbst. Dies führte zu Reichsacht und kirchlichen Sanktionen. Konrads Herrschaft blieb regional begrenzt und konnte nicht die Anerkennung gewinnen, die ein König benötigte.

Italien und die Krönung in Monza

Konrad zog 1128 nach Oberitalien. Dort verbanden sich lokale Konflikte, die Auseinandersetzungen des Mailänder Erzbischofs mit der Kurie und Konrads Anspruch. Am 29. Juni 1128 wurde er in Monza zum König von Italien gekrönt. Diese Krönung verlieh symbolisches Gewicht, machte ihn aber nicht zum allgemein anerkannten Herrscher des Reiches und erst recht nicht zum Kaiser.

Die italienische Unternehmung zielte auch auf die sogenannten Mathildischen Güter und auf Positionen, die mit dem salischen Erbe verbunden wurden. Konrad konnte jedoch keine dauerhafte Herrschaftsbasis schaffen. Papst und kirchliche Gegner standen gegen ihn, die Unterstützung norditalienischer Kräfte blieb wechselhaft, und Lothars Position stabilisierte sich.

Warum das Gegenkönigtum scheiterte

Konrads erster Königsversuch war damit politisch gescheitert. Für seine spätere Karriere war er dennoch wichtig: Konrad sammelte Erfahrung, knüpfte Beziehungen und lernte die Grenzen rein dynastischer Ansprüche kennen.

Unterwerfung 1135 und Rückkehr in den Kreis der Reichsfürsten

Am 29. September 1135 unterwarf sich Konrad in Mühlhausen Kaiser Lothar III. Die Unterwerfung beendete das Gegenkönigtum. Sie war keine vollständige politische Vernichtung. Hochmittelalterliche Konflikte konnten durch Rituale der Demut, Vergebung und Wiederaufnahme beigelegt werden. Der ehemalige Gegenkönig wurde wieder in die politische Ordnung integriert.

Konrad nahm am Italienzug Lothars 1136/37 teil und übernahm dabei eine angesehene militärische Funktion. Sein Verhalten erhöhte seine Akzeptanz bei Fürsten, die ihn zuvor als Rebellen erlebt hatten. Die auf dem Zug geknüpften Kontakte spielten nach Lothars Tod eine Rolle.

Diese Phase widerlegt das Bild eines starren lebenslangen Lagerkampfes. Gegner konnten sich versöhnen, frühere Rebellen wieder in höchste Kreise aufsteigen, und dynastische Rivalen zeitweise zusammenarbeiten. Konrads spätere Wahl von 1138 wäre ohne seine Reintegration kaum verständlich.

Forschungsrelevant: Die Jahre 1135 bis 1137 zeigen, dass mittelalterliche Politik nicht nur aus endgültigem Sieg oder endgültiger Niederlage bestand. Anerkennung konnte durch öffentliches Verhalten, Dienst, Vermittlung und neue Bündnisse wiedergewonnen werden.

Koblenz und Aachen 1138: eine ungewöhnliche Königserhebung

Lothar III. starb im Dezember 1137 auf dem Rückweg aus Italien. Sein Schwiegersohn Heinrich der Stolze besaß die Herzogtümer Bayern und Sachsen, umfangreichen Eigenbesitz und die Reichsinsignien. Er war damit der mächtigste weltliche Fürst und ein naheliegender Kandidat. Gerade diese Machtfülle weckte jedoch Widerstand.

Am 7. März 1138 wählte eine begrenzte Gruppe unter maßgeblicher Beteiligung des Trierer Erzbischofs Albero Konrad in Koblenz zum König. Die Versammlung fand vor dem vorgesehenen allgemeinen Wahltermin statt. Mehrere wichtige Fürsten waren nicht beteiligt. Zwei päpstliche Legaten unterstützten den Vorgang. Am 13. März wurde Konrad in Aachen vom päpstlichen Legaten Dietwin gekrönt.

War die Wahl „illegal“?

Moderne Begriffe wie illegal oder verfassungswidrig sind für 1138 nur eingeschränkt geeignet. Es existierte keine geschlossene schriftliche Wahlverfassung wie in einem modernen Staat. Dennoch gab es Erwartungen an Ort, Teilnehmer, Verfahren und Konsens. Die frühe Koblenzer Wahl wich davon ab und war politisch riskant. Ihre Wirksamkeit entstand erst durch nachfolgende Anerkennung.

Konrad musste die Fürsten gewinnen, Hoftage abhalten, Rechte bestätigen und Gegner isolieren. Eine Krönung allein erzeugte keine unangefochtene Herrschaft. König wurde man durch ein Bündel aus Wahl, Weihe, Besitz der Insignien, öffentlichem Auftreten, Huldigung und tatsächlicher Durchsetzungsfähigkeit.

Warum Konrad?

Argumente für Konrad

  • staufisch-salisches Prestige
  • erneuerte Anerkennung nach 1135
  • Erfahrungen aus Italien und Reichspolitik
  • Unterstützung wichtiger Kirchenfürsten
  • Gegengewicht zu Heinrichs Machtfülle

Belastungen

  • Vergangenheit als gebannter Gegenkönig
  • nur begrenzter Teilnehmerkreis der Wahl
  • fehlender anfänglicher Konsens der Welfen
  • offene Frage der Reichsinsignien
  • ungeklärte Herzogtümer und Besitzkonflikte

Wie Konrads Königtum funktionierte: Hof, Reise, Urkunden und Konsens

Konrad regierte nicht von einer Hauptstadt aus. Wie andere Könige seiner Zeit reiste er mit Hof und Gefolge durch das Reich. Aufenthaltsorte dienten der Versorgung, der Rechtsprechung, dem Empfang von Gesandten, der Feier kirchlicher Feste, der Ausstellung von Urkunden und der politischen Verständigung.

Das sogenannte Reisekönigtum war keine planlose Wanderschaft. Bestimmte Pfalzen, Bischofsstädte, Reichsburgen, Klöster und königliche Höfe boten Infrastruktur. Die Route folgte politischen Problemen, Festkalender, militärischen Unternehmungen, Versammlungen und Versorgungslagen. Urkundendatierungen erlauben eine teilweise Rekonstruktion, aber kein lückenloses Tagebuch.

Der Hof als Herrschaftsraum

Am Hof begegneten sich Bischöfe, Äbte, Herzöge, Grafen, Ministerialen, Kapläne, Notare und Gesandte. Anwesenheit konnte Zustimmung, Dienst oder Erwartung ausdrücken. Zeugenlisten zeigen Netzwerke, müssen aber vorsichtig gelesen werden: Wer einmal als Zeuge erscheint, war nicht automatisch dauerhafter Vertrauter; wer fehlt, war nicht zwingend Gegner.

Urkunden als praktische Politik

Die erhaltenen Diplome Konrads und seines Sohnes Heinrich dokumentieren Schutz für Kirchen, Bestätigungen von Besitz und Rechten, Schenkungen, Immunitäten und Entscheidungen. Ihre Formeln inszenierten königliche Autorität, während Empfänger, Zeugen und Ausstellungsorte die konkrete politische Einbindung sichtbar machen.

Ein mittelalterlicher König konnte nicht jeden lokalen Konflikt selbst kontrollieren. Er war auf Fürsten, Bischöfe, Grafen und Dienstleute angewiesen. Erfolgreiche Herrschaft bestand deshalb nicht darin, alle anderen Gewalten auszuschalten, sondern ihre Kooperation zu organisieren. Konrads Schwierigkeiten mit den Welfen zeigen zugleich, wie schnell dieses System an Grenzen stieß.

Der Welfenkonflikt: Herzogtümer, Rang und die Grenzen königlicher Macht

Heinrich der Stolze vereinigte Bayern und Sachsen und verfügte über weitreichenden Besitz. Konrad verlangte, dass nicht beide Herzogtümer in einer Hand blieben. Als Heinrich sich widersetzte, entzog ihm der König die Herzogtümer und verhängte Sanktionen. Sachsen wurde Albrecht dem Bären zugesprochen, Bayern dem Babenberger Leopold IV., einem Halbbruder Konrads.

Diese Maßnahmen sollten die welfische Macht begrenzen und königliche Lehnshoheit demonstrieren. Sie lösten aber keinen einfachen Verwaltungsakt aus, sondern Krieg. Herzogtümer waren keine frei verschiebbaren Ämter ohne lokale Bindung. Adel, Ministerialen, Bischöfe und regionale Traditionen entschieden mit darüber, ob ein neuer Herzog tatsächlich anerkannt wurde.

Heinrich der Stolze starb 1139, doch der Konflikt ging weiter. Sein Sohn Heinrich der Löwe war minderjährig, besaß aber starke Unterstützer. Welf VI. führte den Widerstand im Süden. In Sachsen scheiterte Albrecht der Bär an welfischer Gegenwehr. Konrad musste schrittweise Lösungen suchen.

Teilweiser Ausgleich, kein endgültiger Frieden

Heinrich der Löwe erhielt 1142 Sachsen. Bayern blieb zunächst bei den Babenbergern. Damit war ein Kern des Konflikts entschärft, aber nicht beseitigt. Heinrich der Löwe hielt an Ansprüchen auf Bayern fest; Welf VI. blieb ein gefährlicher Gegner. Erst Barbarossa fand 1156 mit der Umgestaltung Österreichs und der Rückgabe Bayerns an Heinrich den Löwen eine neue Lösung.

Konrads Politik war daher weder bloße Willkür noch vollständiger Erfolg. Er verhinderte zunächst die Vereinigung zweier Herzogtümer unter Heinrich dem Stolzen, konnte aber keine dauerhafte Ordnung schaffen. Sein Vorgehen verschob den Konflikt in die nächste Herrschaft.

Weinsberg 1140: Schlacht, Burgübergabe und die „Treuen Weiber“

Am 21. Dezember 1140 besiegte Konrads Seite Welf VI. bei Weinsberg. Die Burg wurde belagert und kapitulierte. Das Ereignis war ein wichtiger staufischer Erfolg im Welfenkonflikt. Es ging um Reichsrecht, Herrschaft über die Burg und die politische Kontrolle eines strategischen Ortes.

Die berühmte Erzählung

Die Kölner Königschronik berichtet einige Jahrzehnte später, Konrad habe den Frauen der Burg erlaubt, mitzunehmen, was sie tragen könnten. Daraufhin hätten sie ihre Männer auf den Schultern herausgetragen. Der König habe sein Wort gehalten. Die Geschichte verbindet Klugheit der Frauen, Herrschertugend und die Bindung des Königs an sein Versprechen.

Die Überlieferung ist bemerkenswert früh, aber nicht zeitgleich. Die Kölner Königschronik ist kein unmittelbar am 21. Dezember 1140 geführtes Protokoll. Historisch sicher sind Konflikt, Belagerung und Herrschaftswechsel. Die genaue Szene mit den getragenen Männern bleibt eine erzählerisch geformte Überlieferung, deren Tatsachenkern nicht endgültig beweisbar oder widerlegbar ist.

Sicher belegt

Konflikt zwischen Konrad und Welf VI., staufischer Sieg, Belagerung und Übergang Weinsbergs.

Früh überliefert

Die Rettung der Männer durch die Frauen erscheint in einer Chronik, die mehrere Jahrzehnte später entstand.

Später ausgeschmückt

Dialoge, genaue Gefühlsdarstellungen, romantische Einzelheiten und nationale Deutungen gehören überwiegend späteren Bearbeitungen an.

„Hie Welf – hie Waibling“

Der angebliche Schlachtruf wird gerne direkt mit Weinsberg verbunden. „Waibling“ verweist auf Waiblingen und wurde später mit den italienischen Ghibellinen verbunden; „Welf“ wurde zu Guelfen. Die Entwicklung dieser Parteinamen ist real, doch die populäre Szene eines exakt dokumentierten Rufes von 1140 ist nicht sicher. Gute Geschichtsvermittlung trennt Etymologie, politische Lagerbildung und spätere Ursprungserzählung.

Gertrud von Sulzbach, dynastische Verbindungen und Konrads Söhne

Konrads sicher belegte Gemahlin war Gertrud von Sulzbach. Sie stammte aus einem einflussreichen Grafenhaus, dessen Netzwerke nach Bayern, in kirchliche Kreise und bis Byzanz reichten. Ihre Schwester Bertha heiratete Kaiser Manuel I. Komnenos und nahm in Byzanz den Namen Irene an. Damit verband die Ehe Konrads den staufischen Hof indirekt mit dem byzantinischen Kaiserhaus.

Eine angebliche frühere Ehe Konrads mit einer Gertrud von Komburg wurde in der älteren genealogischen Forschung angenommen. Neuere Untersuchungen sehen dafür keine tragfähigen zeitgenössischen Belege. Die Seite behandelt diese erste Ehe daher nicht als gesicherte Tatsache. Genealogische Tafeln sind besonders anfällig für spätere Ergänzungen, Namensgleichheiten und Rückschlüsse aus Memorialeinträgen.

Heinrich, der Mitkönig

Konrads älterer Sohn Heinrich wurde am 13. März 1147 in Frankfurt gewählt und anschließend in Aachen gekrönt. Er sollte während des Kreuzzugs die dynastische Kontinuität sichern. Da er noch ein Kind war, lag die tatsächliche Regierungsarbeit bei einem Regentschaftsumfeld aus Fürsten und Hofkräften.

Heinrich wird in der Forschung häufig als Heinrich (VI.) bezeichnet, weil er als König auf Heinrich V. gefolgt wäre und die spätere Zählung entsprechend fortgesetzt wird. Er darf nicht mit Kaiser Heinrich VI., dem Sohn Barbarossas, verwechselt werden. Konrads Sohn starb 1150, noch vor seinem Vater.

Friedrich von Rothenburg

Der jüngere Sohn Friedrich war beim Tod Konrads noch minderjährig. Er erhielt später das Herzogtum Schwaben und wird häufig Friedrich IV. genannt. Dass er 1152 nicht König wurde, beweist die Wahlstruktur des Reiches. Königssöhne besaßen dynastische Chancen, aber keinen automatischen Thronanspruch.

Gertruds Tod

Gertrud starb am 14. April 1146, wahrscheinlich nach der Geburt des jüngeren Sohnes. Sie wurde im Zisterzienserkloster Ebrach bestattet. Die heute sichtbare Grabdarstellung entstand später und ist kein zeitgenössisches Porträt. Graborte und Grabmäler müssen daher zeitlich unterschieden werden.

Kirche, Klöster, Heilige und königlicher Frieden

Konrads Königtum war eng mit Bischöfen, Äbten und kirchlichen Reformbewegungen verbunden. Geistliche Fürsten wirkten an seiner Wahl mit, dienten als Ratgeber und übernahmen diplomatische Aufgaben. Umgekehrt bestätigte der König Rechte, gewährte Schutz und griff in kirchliche Konflikte ein.

Die Nähe zu Zisterziensern und zu Bernhard von Clairvaux wurde besonders durch den Kreuzzug sichtbar. Sie darf jedoch nicht so verstanden werden, als habe eine einzelne Ordensbewegung Konrads gesamte Politik gesteuert. Der Hof verband unterschiedliche geistliche Netzwerke. Bischöfe waren zugleich Seelsorger, Reichsfürsten, Diplomaten und Träger regionaler Macht.

Heiligsprechung Heinrichs II.

1146 wurde Kaiser Heinrich II. heiliggesprochen. Bamberg und der Kult des heiligen Kaisers gewannen dadurch zusätzliche Bedeutung. Konrad konnte an ein Modell christlicher Herrschaft anknüpfen, ohne selbst bereits Kaiser zu sein. Später starb er in Bamberg und wurde im Dom bestattet.

Landfrieden und Konfliktbegrenzung

Der König verkündete Frieden und versuchte, Fehden zu begrenzen. Solche Friedensgebote waren keine moderne flächendeckende Polizeigesetzgebung. Ihre Wirksamkeit hing von regionalen Trägern, Eiden, kirchlicher Unterstützung und der Bereitschaft der Großen ab. Der fortdauernde Welfenkonflikt zeigt, dass Friedenspolitik und Krieg gleichzeitig nebeneinander bestehen konnten.

Schutzurkunden für Klöster waren ebenfalls praktische Herrschaft. Sie stellten Einrichtungen unter königlichen Schutz, bestätigten Immunitäten oder begrenzten Eingriffe lokaler Amtsträger. Ob eine Urkunde vor Ort vollständig durchgesetzt wurde, ist eine weitere Frage. Rechtstext und soziale Wirklichkeit dürfen nicht gleichgesetzt werden.

Reichspolitik jenseits des Welfenkonflikts

Konrads Herrschaft umfasste mehr als den Gegensatz Staufer gegen Welfen. Er musste Beziehungen zu Böhmen, Polen, Ungarn, Burgund, Italien, Byzanz und dem Papsttum gestalten. Diese Politik folgte keiner modernen nationalen Außenpolitik. Dynastische Verwandtschaft, Lehensansprüche, Kirchenbeziehungen, Grenzkonflikte und persönliche Bündnisse griffen ineinander.

Böhmen

Der böhmische Herzog Vladislav II. wurde zu einem wichtigen Verbündeten und nahm am Kreuzzug teil. Böhmische Herrscher waren in die Reichspolitik eingebunden, handelten aber mit eigenen Interessen. Unterstützung auf einem Feldzug bedeutete nicht dauerhafte Unterordnung in allen Fragen.

Polen

Konrad versuchte 1146, seinen vertriebenen Schwager Władysław II. zu unterstützen. Der Feldzug brachte keinen nachhaltigen Erfolg. Das Beispiel zeigt, wie dynastische Eheverbindungen militärische Verpflichtungen erzeugen konnten und wie begrenzt königliche Durchsetzung außerhalb des unmittelbaren Reichsraums war.

Ungarn

Der Weg nach Byzanz führte durch das Königreich Ungarn. Schon vor dem Kreuzzug spielten Heirats- und Bündnisfragen eine Rolle. Der Durchzug eines großen Heeres erforderte Verhandlungen, Versorgung und Disziplin. Kreuzzugsheere waren nicht nur religiöse Verbände, sondern bewegliche Machtkörper, die für Transitländer ein erhebliches Risiko darstellten.

Burgund und Italien

Konrad trug den Anspruch auf ein überregionales römisches Königtum. Italien blieb für Kaiserkrönung und Reichspolitik zentral. Dennoch hielt ihn die Lage nördlich der Alpen wiederholt zurück. Seine Herrschaft zeigt, dass Italienpolitik nicht einfach eine persönliche Vorliebe war, sondern zum Ranganspruch des römisch-deutschen Königs gehörte.

Von Edessa nach Speyer: Warum Konrad das Kreuz nahm

Im Dezember 1144 eroberte Zengi die Grafschaft Edessa. Der Verlust eines Kreuzfahrerstaates löste im lateinischen Westen einen neuen Kreuzzugsaufruf aus. Papst Eugen III. beauftragte Bernhard von Clairvaux mit der Predigt. König Ludwig VII. von Frankreich erklärte seine Teilnahme.

Konrad lehnte zunächst ab. Seine Gründe waren erheblich: Der Welfenkonflikt war nicht gelöst, die Reichspolitik verlangte Anwesenheit, und ein Romzug zur Kaiserkrönung stand im Raum. Außerdem bestand durch die Sulzbacher Heiratsverbindung ein sensibles Verhältnis zu Byzanz.

Ende Dezember 1146 änderte sich die Lage. Beim Hoftag in Speyer predigte Bernhard eindringlich. Konrad nahm das Kreuz. Spätere Erzählungen betonen die überwältigende Wirkung des Predigers und Wunderberichte. Historisch ist die Kreuznahme sicher; die genaue innere Motivation bleibt nicht messbar.

Religiöse und politische Motive

Gewalt gegen jüdische Gemeinden

Kreuzzugspredigt konnte antijüdische Gewalt anfachen. Der Mönch Radulf rief im Rheinland zu Angriffen auf Juden auf. Bernhard von Clairvaux trat dagegen auf und wies Radulf zurück. Eine verantwortliche Darstellung des Kreuzzugs darf diese Bedrohung nicht ausblenden. Frömmigkeitsbewegung, Herrscherpolitik und Gewalt gegen Minderheiten gehörten zur widersprüchlichen Wirklichkeit der Zeit.

Der Zweite Kreuzzug 1147 bis 1149

Konrads Heer brach 1147 auf und zog über Ungarn nach Konstantinopel. Zahlen mittelalterlicher Chronisten sind häufig überhöht. Eine genaue Stärke des Heeres lässt sich nicht sicher bestimmen. Fest steht, dass der Verband groß genug war, Versorgung, Marschordnung und Beziehungen zu den Transitgebieten massiv zu belasten.

Konstantinopel: Kooperation und Misstrauen

Kaiser Manuel I. Komnenos war durch Heirat mit Bertha-Irene von Sulzbach dynastisch mit Konrads Familie verbunden. Trotzdem herrschte Misstrauen. Byzantinische Verantwortliche fürchteten Plünderungen und politische Absichten westlicher Heere; Kreuzfahrer wiederum verdächtigten Byzanz, sie unzureichend zu unterstützen. Beide Seiten handelten rational aus unterschiedlichen Sicherheitsinteressen.

Der Marsch durch Kleinasien

Konrad wählte einen Weg ins anatolische Binnenland. Das Heer litt unter Mangel an Wasser und Nahrung, schwieriger Kommunikation und schnellen seldschukischen Angriffen. Am 25. Oktober 1147 kam es nahe Doryläum zu einer schweren Niederlage. Ein großer Teil des Heeres wurde getötet, zerstreut oder kampfunfähig.

Die Niederlage war nicht einfach Folge persönlicher Feigheit oder eines einzigen Verrats. Mehrere Faktoren wirkten zusammen: unzureichende Aufklärung, Versorgungsprobleme, die Beweglichkeit der Gegner, die Belastung schwer gerüsteter Truppen und Schwierigkeiten, ein großes heterogenes Heer geschlossen zu führen.

Rückzug und Krankheit

Konrad zog sich zurück und schloss sich zeitweise dem französischen Heer Ludwigs VII. an. Er erkrankte und kehrte nach Konstantinopel zurück, wo Manuel ihn behandeln ließ. Anschließend gelangte er auf dem Seeweg in den östlichen Mittelmeerraum.

Jerusalem und das Ziel Damaskus

1148 trafen die westlichen Könige und die Führung des Königreichs Jerusalem zusammen. Statt Edessa zurückzuerobern, entschieden sie sich für einen Angriff auf Damaskus. Die Stadt war strategisch bedeutend, hatte aber zeitweise auch als Gegengewicht zu anderen muslimischen Mächten fungiert. Die Zielwahl ist deshalb bis heute Gegenstand historischer Debatten.

Belagerung und Abbruch

Die Belagerung begann im Juli 1148 und wurde nach wenigen Tagen abgebrochen. Die Angreifer wechselten ihre Position, Versorgung und militärische Lage verschlechterten sich, und Verstärkung für Damaskus drohte. Quellen beschuldigen unterschiedliche Gruppen des Verrats oder politischer Intrige. Solche Vorwürfe spiegeln oft den Versuch, ein gemeinsames Scheitern einzelnen Schuldigen zuzuschreiben.

Quellenkritische Bewertung: Der Kreuzzug scheiterte militärisch. Daraus folgt nicht, dass jede Entscheidung völlig irrational war oder eine einzelne Partei allein verantwortlich war. Unterschiedliche Ziele der deutschen, französischen, byzantinischen und levantinischen Akteure verhinderten eine stabile gemeinsame Strategie.

Folgen

Der Kreuzzug beschädigte das Ansehen der beteiligten Herrscher und Prediger. Er stärkte nicht die Kreuzfahrerreiche und trug zur politischen Neuordnung Syriens bei. Für Konrad bedeutete er den Verlust vieler Gefolgsleute, hohe Kosten und lange Abwesenheit. Zugleich vertiefte er seine persönliche Verbindung zu Manuel I.

Byzanz, das normannische Sizilien und ein nicht verwirklichtes Bündnisprojekt

Nach dem Kreuzzug entwickelte Konrad engere Beziehungen zu Kaiser Manuel I. Komnenos. Beide verband die Gegnerschaft zu Roger II. von Sizilien. Das normannische Königreich bedrohte byzantinische Gebiete und stand zugleich einer deutschen Kaiserpolitik in Süditalien entgegen.

Ein gemeinsames Vorgehen gegen Roger wurde vorbereitet. Dynastische Heiratsverbindungen sollten das Bündnis festigen. Konrads Schwägerin Bertha-Irene war bereits byzantinische Kaiserin. Weitere Eheprojekte verbanden die Höfe. Solche Pläne waren politische Instrumente, nicht private Romantik.

Konrad kehrte 1149 ins Reich zurück. Die Umsetzung eines großen gemeinsamen Feldzuges gegen Sizilien verzögerte sich. Innere Konflikte, Welfenpolitik, Gesundheitsprobleme und diplomatische Gegenmaßnahmen Rogers verhinderten eine schnelle Offensive. Konrads Tod 1152 beendete das Vorhaben in seiner geplanten Form.

Das Bündnis zeigt dennoch Konrads europäischen Horizont. Er war nicht ausschließlich ein schwäbischer Regionalherrscher. Seine Politik verband das römisch-deutsche Reich, Byzanz, Italien, das Papsttum und das östliche Mittelmeer.

Warum Konrad III. nie Kaiser wurde

Konrads fehlende Kaiserkrönung wird häufig als persönliches Versagen dargestellt. Tatsächlich verhinderten mehrere ineinandergreifende Faktoren den Romzug. Zunächst band der Welfenkonflikt Kräfte im Reich. Dann überlagerte der Zweite Kreuzzug die Italienplanung. Nach der Rückkehr mussten erneut innere Konflikte und Bündnisse geordnet werden.

Auch die italienische Lage war kompliziert. Der Papst stand unter Druck in Rom, das normannische Sizilien war eine eigenständige Großmacht, norditalienische Städte handelten nach lokalen Interessen, und Byzanz verfolgte eigene Ziele. Eine Kaiserkrönung war keine zeremonielle Reise, sondern erforderte militärische Sicherung, diplomatische Zustimmung und erhebliche Ressourcen.

Konrad bemühte sich um Beziehungen zum Papsttum und um einen Italienzug. Dass er das Ziel nicht erreichte, bleibt ein Misserfolg. Es ist jedoch unhistorisch, daraus zu schließen, seine Königsherrschaft sei wertlos gewesen. Auch ohne Kaiserkrone stellte er Urkunden aus, leitete Hoftage, führte Heere, ordnete Herzogtümer und wurde im Reich als König anerkannt.

Die letzten Jahre: Rückkehr, erneuter Welfendruck und dynastische Krise

Nach der Rückkehr aus dem Osten traf Konrad auf ein Reich, dessen Konflikte während seiner Abwesenheit nicht verschwunden waren. Welf VI. nahm den Kampf wieder auf. Der junge Mitkönig Heinrich und die Regentschaftskräfte mussten militärisch reagieren.

Am 8. Februar 1150 wurde Welf VI. bei Flochberg geschlagen. Der Erfolg schien die königliche Seite zu stärken. Im selben Jahr starb jedoch Konrads Sohn Heinrich. Damit brach die sorgfältig vorbereitete Nachfolgelösung zusammen.

Heinrich der Löwe erhob weiterhin Ansprüche auf Bayern. Konrad plante zugleich Italien und das Bündnis gegen Sizilien. Die Herrschaft war also keineswegs politisch beendet, aber sie stand unter wachsendem Zeitdruck. Krankheit und dynastische Unsicherheit verengten den Handlungsspielraum.

War Konrad am Ende gescheitert?

Die Antwort hängt vom Maßstab ab. Er hatte keine Kaiserkrone, keinen lebenden erwachsenen Mitkönig und keinen endgültigen Welfenfrieden. Andererseits bestand das staufische Königtum, die Fürsten akzeptierten 1152 einen staufischen Nachfolger, und zentrale Hofnetzwerke gingen ohne längere Thronkrise auf Barbarossa über. Vollständiges Scheitern sieht anders aus.

Tod in Bamberg und die Wahl Friedrich Barbarossas

Konrad starb am 15. Februar 1152 in Bamberg. Die genaue Krankheit lässt sich nicht sicher diagnostizieren. Mittelalterliche Krankheitsbeschreibungen sind selten präzise genug für moderne medizinische Rückschlüsse. Er wurde im Bamberger Dom bestattet; seine Gebeine befinden sich heute in der Ostkrypta.

Sein älterer Sohn Heinrich war bereits tot, der jüngere Friedrich minderjährig. Konrads Neffe Friedrich, Herzog von Schwaben, war erwachsen, militärisch erfahren, mit den Welfen verwandt und für verschiedene Fürstengruppen wählbar. Er wurde im März 1152 zum König gewählt und als Friedrich I. gekrönt.

Hat Konrad Barbarossa „zum König gemacht“?

Spätere und staufernahe Darstellungen betonen, Konrad habe seinem Neffen die Insignien übergeben und ihn als Nachfolger empfohlen. Eine Empfehlung des sterbenden Königs war politisch wichtig, ersetzte aber die Fürstenwahl nicht. Zudem diskutiert die neuere Forschung, wie stark Konrad möglicherweise doch die Zukunft seines eigenen Sohnes Friedrich vorbereiten wollte.

Die reibungsarme Wahl Barbarossas war das Ergebnis mehrerer Faktoren: dynastischer Rang, persönliche Eignung, Verbindungen zu Staufern und Welfen, Unterstützung wichtiger Fürsten und der Wunsch, eine neue offene Thronkrise zu vermeiden. Konrads Herrschaft hinterließ dafür die institutionellen und personellen Voraussetzungen.

Konrad III. und der Hohenstaufen: Herkunftsort, Symbol und offene Aufenthaltsfrage

Für Hohenstaufen ist Konrad von besonderer Bedeutung, weil mit ihm die Familie der Burg erstmals dauerhaft die anerkannte Königswürde gewann. Der Berg wurde damit rückblickend zum Ausgangspunkt einer Herrscherdynastie, deren Politik von Spanien bis in den östlichen Mittelmeerraum reichte.

Dieser Zusammenhang darf nicht zu einem falschen Residenzbild führen. Konrad regierte nicht von der Burg Hohenstaufen aus. Sein Hof war mobil. Politische Schwerpunkte lagen an zahlreichen Orten des Reiches und zeitweise in Italien beziehungsweise auf dem Kreuzzug.

Ob Konrad sich zu bestimmten Zeiten auf der Stammburg aufhielt, ist plausibel, aber nicht automatisch durch seine Herkunft bewiesen. Ohne eindeutig datierte Urkunde oder belastbare erzählende Nachricht sollte kein konkreter längerer Aufenthalt behauptet werden. Die Burg war dynastischer Bezugspunkt; sie war nicht Hauptstadt eines „Stauferreiches“.

Historischer Zusammenhang

Staufische Herzogsfamilie, Burgname, salisch-staufischer Aufstieg, spätere dynastische Erinnerung.

Moderne Überhöhung

Vorstellung eines von der Gipfelburg aus zentral regierten Reiches oder eines lückenlos belegten königlichen Alltags auf dem Berg.

Für Besucher in Hohenstaufen ist Konrad deshalb am besten als Verbindungsglied zu verstehen: zwischen lokaler Burglandschaft und europäischer Königspolitik, zwischen dem frühen Herzogshaus und Barbarossas Kaisertum.

Erinnerungskultur, spätere Bilder und häufige Irrtümer

Irrtum 1: Konrad III. war Kaiser

Er war König. Eine Kaiserkrönung fand nicht statt. Spätere Darstellungen nennen mittelalterliche Könige aus Gewohnheit oder Vereinfachung Kaiser, verwischen damit aber einen wesentlichen Rangunterschied.

Irrtum 2: Zeitgenössische Miniaturen zeigen sein echtes Aussehen

Die bekannten Darstellungen entstanden meist Jahrzehnte oder Jahrhunderte später. Sie zeigen einen idealisierten König mit Krone, Zepter oder Architekturrahmen. Sie sind wertvoll für Vorstellungen von Königtum, aber keine Porträtfotografien.

Irrtum 3: Die „Treuen Weiber“ sind entweder vollständig bewiesen oder vollständig erfunden

Zwischen beiden Extremen liegt die quellenkritische Position. Der Konflikt von 1140 ist sicher. Die Trageepisode wird relativ früh, aber nicht zeitgleich erzählt. Ihre genaue Historizität bleibt offen. Spätere Kunst und Literatur haben die Geschichte stark geformt.

Irrtum 4: Staufer und Welfen waren zwei geschlossene Parteien

Adelige Lager waren beweglich. Verwandtschaft, regionale Interessen, Lehen, persönliche Konflikte und kirchliche Beziehungen veränderten Bündnisse. Barbarossa selbst war über seine Mutter welfisch verwandt und konnte gerade deshalb später vermitteln.

Irrtum 5: Der Zweite Kreuzzug scheiterte nur wegen byzantinischen Verrats

Westliche Quellen beschuldigten Byzanz häufig. Moderne Forschung berücksichtigt zusätzlich Versorgung, Strategie, Kommunikation, unterschiedliche Ziele und seldschukische Kriegführung. Ein monokausaler Verrat erklärt das Scheitern nicht.

Irrtum 6: Konrad war nur ein schwacher Vorgänger Barbarossas

Barbarossas spätere Erfolge prägten die Rückschau. Konrad muss aus den Bedingungen seiner eigenen Zeit beurteilt werden. Sein Königtum stabilisierte die staufische Präsenz auf dem Thron, auch wenn zahlreiche Ziele unerfüllt blieben.

Historische Orte, an denen Konrads Geschichte greifbar wird

Hohenstaufen

Berg und Burgruine stehen für die Herkunft der Dynastie. Sichtbar sind konservierte Grundmauern, nicht die vollständige Burg Konrads Zeit.

Kloster Lorch

Das staufische Hauskloster erinnert an frühe Familiengeschichte und Memoria. Konrad selbst wurde jedoch nicht dort bestattet.

Weinsberg

Die Burg Weibertreu verbindet den realen Konflikt von 1140 mit einer der bekanntesten mittelalterlichen Herrschererzählungen.

Speyer

Der Dom erinnert an den Hoftag und die Kreuznahme Ende 1146 sowie an die salische Tradition, aus der Konrads Mutter stammte.

Aachen

Hier wurde Konrad am 13. März 1138 gekrönt. Der Ort verkörperte karolingische und königliche Legitimation.

Bamberg

Konrad starb in Bamberg. Seine Gebeine liegen in der Ostkrypta des Doms.

Aktuelle Öffnungszeiten, Baustellen, Gottesdienste und Zugangsbeschränkungen können sich ändern. Vor einer Reise sollten deshalb die offiziellen Seiten der jeweiligen Orte geprüft werden. Historische Einordnung und touristische Verfügbarkeit sind zwei verschiedene Informationsebenen.

Forschungsurteil: Vom „glücklosen König“ zur differenzierten Herrschaftsanalyse

Das Etikett des glücklosen Königs entstand aus einer Ergebnisbilanz: kein Kaisertum, unvollständiger Welfenausgleich, gescheiterter Kreuzzug, früher Tod des Mitkönigs und Übergang der Krone an den Neffen. Als Zusammenfassung einzelner Misserfolge ist es verständlich. Als Gesamturteil verdeckt es die Funktionsweise hochmittelalterlicher Politik.

Neuere Forschungen fragen stärker nach Hofintegration, Urkundenpraxis, regionalen Schwerpunkten, Rangordnung, Kommunikation und Konfliktlösung. Dabei erscheint Konrad als Herrscher, der bedeutende kirchliche und weltliche Eliten einband, internationale Bündnisse entwickelte und trotz schwerer Krisen eine anerkannte Königsherrschaft aufrechterhielt.

Die Neubewertung ist keine Ehrenrettung um jeden Preis. Gerade eine quellenkritische Sicht kann beides festhalten: Konrad traf Entscheidungen mit hohen Risiken und erreichte zentrale Ziele nicht; zugleich war seine Herrschaft politisch wirksamer und strukturierter, als das ältere Schattenbild vor Barbarossa vermuten lässt.

Bilanz: Konrad III. war weder der verhinderte große Kaiser noch ein bedeutungsloser Übergangsherrscher. Er war der König, unter dem die Staufer den Thron dauerhaft erreichten – unter Bedingungen, die Erfolge, Kompromisse und schwere Niederlagen eng miteinander verbanden.

Ausführlicher Zeitstrahl zu König Konrad III.

  1. Geburt Konrads
    Der genaue Ort und Tag sind nicht sicher überliefert. Er ist der jüngere Sohn Herzog Friedrichs I. von Schwaben und Agnes’ von Waiblingen.
  2. Tod des Vaters
    Der ältere Bruder Friedrich II. übernimmt das Herzogtum Schwaben.
  3. Zweite Ehe der Mutter
    Agnes heiratet Leopold III. von Österreich; ein staufisch-babenbergisches Halbgeschwisternetz entsteht.
  4. Tod Kaiser Heinrichs V.
    Die Salier enden im legitimen Mannesstamm. Lothar von Süpplingenburg wird statt Friedrichs von Schwaben gewählt.
  5. Offener Konflikt mit Lothar
    Streit um Reichsgut und salisches Erbe führt zur Gegenkönigserhebung Konrads.
  6. Erhebung zum Gegenkönig
    Der genaue Ort „Niwenburch“ ist in der Forschung umstritten.
  7. Krönung in Monza
    Konrad wird durch den Mailänder Erzbischof zum König von Italien gekrönt, ohne allgemeine Anerkennung zu gewinnen.
  8. Italienische Unternehmung
    Konrad versucht, politische und erbrechtliche Ansprüche zu sichern, bleibt aber ohne dauerhaften Erfolg.
  9. Unterwerfung in Mühlhausen
    Das Gegenkönigtum endet; Konrad wird in die Ordnung Lothars zurückgeführt.
  10. Teilnahme an Lothars Italienzug
    Konrad gewinnt Ansehen und knüpft wichtige Kontakte.
  11. Tod Lothars III.
    Die Nachfolgefrage öffnet sich zwischen Heinrich dem Stolzen und anderen Fürstengruppen.
  12. Wahl in Koblenz
    Ein begrenzter Fürstenkreis erhebt Konrad vor dem vorgesehenen allgemeinen Wahltermin.
  13. Krönung in Aachen
    Der päpstliche Legat Dietwin krönt Konrad zum König.
  14. Entzug der welfischen Herzogtümer
    Heinrich der Stolze verliert Bayern und Sachsen; der Konflikt eskaliert.
  15. Tod Heinrichs des Stolzen
    Der Welfenkonflikt wird von Welf VI. und den Anhängern Heinrichs des Löwen fortgeführt.
  16. Sieg und Burgübergabe bei Weinsberg
    Die später berühmte Weibertreu-Erzählung wird erst einige Jahrzehnte danach schriftlich greifbar.
  17. Heinrich der Löwe erhält Sachsen
    Ein Teil des Konflikts wird beigelegt; Bayern bleibt bei den Babenbergern.
  18. Fall Edessas
    Das Ereignis löst den päpstlichen Aufruf zum Zweiten Kreuzzug aus.
  19. Tod Königin Gertruds
    Sie wird im Kloster Ebrach bestattet.
  20. Erfolgloser Polenfeldzug
    Konrad unterstützt seinen vertriebenen Schwager Władysław II., erreicht aber keine Wiederherstellung.
  21. Kreuznahme in Speyer
    Nach Bernhards Predigt verpflichtet sich Konrad zur Teilnahme am Kreuzzug.
  22. Wahl des Sohnes Heinrich
    Der etwa zehnjährige Sohn wird in Frankfurt zum Mitkönig gewählt und später in Aachen gekrönt.
  23. Aufbruch zum Kreuzzug
    Das Heer zieht über Ungarn nach Konstantinopel.
  24. Niederlage bei Doryläum
    Das deutsche Heer erleidet schwere Verluste und muss sich zurückziehen.
  25. Konrad in Konstantinopel
    Nach Erkrankung wird er am Hof Kaiser Manuels behandelt und gelangt später per Schiff in den Osten.
  26. Belagerung von Damaskus
    Die gemeinsame Unternehmung Konrads, Ludwigs VII. und der Jerusalemer Führung wird nach wenigen Tagen abgebrochen.
  27. Rückkehr ins Reich
    Konrad bringt ein vertieftes Bündnis mit Byzanz und Pläne gegen Roger II. von Sizilien mit.
  28. Schlacht bei Flochberg
    Welf VI. wird von der königlichen Seite geschlagen.
  29. Tod des Mitkönigs Heinrich
    Konrads dynastische Nachfolgeplanung gerät in eine Krise.
  30. Italien- und Bündnispläne
    Konrad bereitet weitere Politik gegen das normannische Sizilien vor, kann sie aber nicht mehr umsetzen.
  31. Tod in Bamberg
    Konrad wird im Bamberger Dom bestattet.
  32. Wahl Friedrich Barbarossas
    Konrads Neffe wird von den Fürsten zum König gewählt.
  33. Krönung Barbarossas in Aachen
    Das staufische Königtum wird fortgeführt, aber unter einem neuen politischen Programm.

Häufig gestellte Fragen zu König Konrad III.

Wer war König Konrad III.?

Konrad III. war von 1138 bis 1152 römisch-deutscher König und der erste Angehörige der Staufer, der die anerkannte Königswürde im Reich erlangte. Zuvor hatte er von 1127 bis 1135 erfolglos als Gegenkönig gegen Lothar III. regiert.

War Konrad III. Kaiser?

Nein. Konrad III. wurde zum König gewählt und in Aachen gekrönt, erreichte aber nie die Kaiserkrönung in Rom. Die häufige Bezeichnung Kaiser Konrad III. ist deshalb historisch ungenau.

Wann wurde Konrad III. geboren?

Das Geburtsjahr ist nicht eindeutig überliefert. Die Forschung nennt gewöhnlich 1093 oder 1094. Ein exakter Geburtstag ist nicht bekannt.

Welche Verbindung hatte Konrad III. zum Hohenstaufen?

Konrad entstammte der frühen staufischen Herzogsfamilie. Sein Vater Friedrich I. von Schwaben wird mit dem Ausbau der Burg Hohenstaufen verbunden. Ein dauerhaftes Wohnen Konrads auf der Gipfelburg oder ein sicher belegter Aufenthalt dort lässt sich jedoch nicht ohne Weiteres nachweisen.

Warum wurde Konrad 1127 Gegenkönig?

Nach der Wahl Lothars III. von 1125 stritten die Staufer mit dem König um salisches Erbe, Reichsgut und politische Stellung. Konrad wurde 1127 von seinen Anhängern zum Gegenkönig erhoben, konnte sich aber nicht dauerhaft durchsetzen und unterwarf sich 1135.

Wo wurde Konrad III. 1138 zum König gewählt?

Eine begrenzte Gruppe von Fürsten wählte ihn am 7. März 1138 in Koblenz. Die Wahl erfolgte vor dem ursprünglich vorgesehenen allgemeinen Wahltermin und galt deshalb schon Zeitgenossen und späterer Forschung als ungewöhnlich beziehungsweise irregulär. Am 13. März wurde er in Aachen gekrönt.

Warum geriet Konrad III. mit den Welfen in Konflikt?

Der Welfe Heinrich der Stolze vereinigte Bayern, Sachsen und großen Eigenbesitz. Konrad wollte diese Machtkonzentration begrenzen und entzog ihm die Herzogtümer. Daraus entstand ein langjähriger Konflikt mit Heinrichs Familie, besonders mit Welf VI. und Heinrich dem Löwen.

Was geschah 1140 bei Weinsberg?

Konrads Heer besiegte Welf VI. und eroberte die Burg Weinsberg. Die Erzählung, Frauen hätten ihre Männer auf dem Rücken aus der Burg getragen, erscheint in der einige Jahrzehnte später entstandenen Kölner Königschronik. Sie ist frühe Überlieferung, aber kein unmittelbarer Augenzeugenbericht.

Stammt der Ruf „Hie Welf – hie Waibling“ sicher aus der Schlacht bei Weinsberg?

Das wird häufig erzählt, ist aber quellenkritisch nicht als sicherer zeitgenössischer Schlachtruf nachweisbar. Die spätere Verbindung zu den italienischen Bezeichnungen Guelfen und Ghibellinen ist historisch bedeutsam, darf aber nicht als lückenlos dokumentierte Entstehungsszene behandelt werden.

Warum nahm Konrad III. am Zweiten Kreuzzug teil?

Nach dem Fall Edessas rief Papst Eugen III. zum Kreuzzug auf. Konrad lehnte zunächst ab, nahm aber Ende Dezember 1146 in Speyer nach der Predigt Bernhards von Clairvaux das Kreuz. Religiöse Motive, Herrscherpflicht, Ehre und internationale Rangpolitik wirkten zusammen.

Warum scheiterte Konrads Kreuzzugsheer in Kleinasien?

Das Heer litt unter Versorgungsproblemen, schwieriger Koordination, schnellen seldschukischen Angriffen und einer für die Bedingungen ungünstigen Marschordnung. Ende Oktober 1147 wurde es bei Doryläum schwer geschlagen und musste sich zurückziehen.

War Konrad III. an der Belagerung von Damaskus beteiligt?

Ja. Konrad, Ludwig VII. von Frankreich und die Führung des Königreichs Jerusalem belagerten Damaskus im Juli 1148. Der Angriff wurde nach wenigen Tagen abgebrochen. Die Gründe werden in den Quellen unterschiedlich erklärt; sicher ist, dass die Unternehmung politisch und militärisch scheiterte.

Wer war Konrads Ehefrau?

Konrads sicher belegte Gemahlin war Gertrud von Sulzbach, die 1138 Königin wurde und 1146 starb. Eine früher angenommene erste Ehe mit einer Gertrud von Komburg ist in der neueren Forschung stark umstritten und nicht sicher nachweisbar.

Warum folgte nicht Konrads Sohn Friedrich auf den Thron?

Konrads älterer Sohn und Mitkönig Heinrich war 1150 gestorben. Der jüngere Sohn Friedrich war 1152 noch minderjährig. Konrads Neffe Friedrich von Schwaben, der spätere Barbarossa, besaß bessere Voraussetzungen für eine rasche Wahl durch die Fürsten. Das Königtum war keine automatisch vererbbare Krone.

Wo wurde Konrad III. bestattet?

Konrad starb am 15. Februar 1152 in Bamberg und wurde im Bamberger Dom bestattet. Seine Gebeine befinden sich heute in einem Sarkophag in der Ostkrypta.

Wie bewertet die Forschung Konrads Herrschaft heute?

Ältere Darstellungen beschrieben ihn häufig als glücklosen Übergangskönig vor Barbarossa. Neuere Forschung untersucht Hof, Urkunden, Netzwerke, Friedenspolitik und internationale Beziehungen differenzierter. Misserfolge bleiben sichtbar, doch Konrads Königtum wird nicht mehr nur an der fehlenden Kaiserkrönung und am gescheiterten Kreuzzug gemessen.

Übernachten am historischen Ort Hohenstaufen

Das Hotel Goldener Ochsen liegt im Göppinger Stadtbezirk Hohenstaufen, wenige Gehminuten vom historischen Ortskern und von den Wegen zum Berg entfernt. König Konrad III. verbindet die lokale Herkunft der Staufer mit der Königspolitik des Reiches, dem Welfenkonflikt und dem östlichen Mittelmeerraum.

Der traditionsreiche Ochsen in Göppingen-Hohenstaufen wurde erstmals 1785 urkundlich erwähnt. Unser kleines Hotel wird seit Generationen familiengeführt. Wir vermieten acht Nichtraucherzimmer mit Dusche und WC. Haustiere sind in den Hotelzimmern nicht gestattet; ein Aufzug ist nicht vorhanden, die Zimmer sind nur über Treppen erreichbar.

Zimmeranfragen, Reservierungen und Absprachen zur Anreise sind ausschließlich telefonisch und auf Deutsch möglich. Die Anreise erfolgt nach vorheriger telefonischer Vereinbarung, damit wir unsere Gäste persönlich empfangen können.

Lage
Göppingen-Hohenstaufen, am Fuß des Berges
Themenbezug
Stammburg der Staufer, König Konrad III. und staufisches Reisekönigtum
Zimmer
8 Nichtraucherzimmer mit Dusche und WC
Anfrage
ausschließlich telefonisch unter 07165 8062
Bezahlung
Barzahlung
Wichtig
kein Aufzug; Zimmer nur über Treppen erreichbar