Herrscherdynastie des europäischen Hochmittelalters

Die Staufer – Herkunft, Könige, Kaiser und europäische Geschichte

Von der schwäbischen Stammburg auf dem Hohenstaufen bis zu den Königspalästen Siziliens: Die Staufer prägten das 12. und 13. Jahrhundert durch Königswahlen, Kaiserpolitik, Kreuzzüge, Städte, Recht, Kultur und langwierige Konflikte mit Fürsten, Päpsten und norditalienischen Kommunen.

Schwaben · Reich · Italien · Sizilien Redaktion: Familie Mayer
Seit 1079 Friedrich I. wurde Herzog von Schwaben und begründete den politischen Aufstieg der Familie.
1138–1254 In diesem Zeitraum stellten die Staufer mehrfach römisch-deutsche Könige.
Drei Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II. wurden zu Kaisern gekrönt.
Europa & Mittelmeer Ihre Geschichte reicht von Schwaben über Burgund und Italien bis Sizilien und Jerusalem.

Die Staufer – eine mittelalterliche Dynastie mit europäischer Reichweite

Die Staufer gehören zu den bekanntesten Herrscherfamilien des europäischen Hochmittelalters. Aus einer zunächst regional verankerten schwäbisch-elsässischen Adelsfamilie entwickelte sich innerhalb weniger Generationen ein Haus, das Herzöge von Schwaben, römisch-deutsche Könige, drei gekrönte Kaiser und Könige von Sizilien hervorbrachte. Unter Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II. reichten staufische Herrschaftsansprüche von den deutschen Reichsgebieten über Burgund und Norditalien bis nach Süditalien, Sizilien und zeitweise Jerusalem.

Die Geschichte der Staufer ist jedoch keine einfache Aufstiegsgeschichte. Sie besteht aus erfolgreichen Heiraten, umstrittenen Königswahlen, reisender Herrschaft, Bündnissen mit Fürsten und Bischöfen, Konflikten mit Welfen, Päpsten und norditalienischen Städten, Kreuzzügen, kultureller Blüte und schließlich einem dramatischen politischen Zusammenbruch. Viele Vorstellungen, die heute mit den Staufern verbunden werden, entstanden erst Jahrhunderte später.

Auch der Name verlangt eine Erklärung. Die moderne Bezeichnung „Staufer“ beziehungsweise „Hohenstaufen“ leitet sich von der Burg auf dem Hohenstaufen bei Göppingen ab. Im 11. und 12. Jahrhundert führten Angehörige des Hochadels aber noch keine Familiennamen im heutigen Sinn. Sie wurden durch Vornamen, Ämter, Herrschaftstitel, Verwandtschaft und wechselnde Ortsbezüge bezeichnet. Die Familie selbst bildete keine moderne, zentral organisierte Dynastie mit dauerhaftem Stammsitz.

Wichtig für das Verständnis: Die Stauferzeit ist nicht mit einem deutschen Nationalstaat gleichzusetzen. Das römisch-deutsche Reich war ein vielgestaltiger Herrschaftsverband aus Königtum, Fürsten, Bischöfen, Klöstern, Städten und regionalen Herrschaften. Könige mussten Zustimmung, Gefolgschaft und persönliche Bindungen immer wieder neu herstellen.

Was bedeutet „Staufer“ – und wie sicher ist unser Wissen?

Historikerinnen und Historiker verwenden „Staufer“ als Sammelbezeichnung für eine Familie, deren Aufstieg eng mit dem Herzogtum Schwaben und der Burg Stauf bei Göppingen verbunden ist. Die ältere Form „Hohenstaufen“ ist ebenfalls verbreitet. Zeitgenössische Urkunden sprechen jedoch nicht durchgehend von einem einheitlichen „Haus Hohenstaufen“. Der dynastische Zusammenhang war real, wurde aber vor allem über Abstammung, Erbrecht, Ehe, Besitz, Ämter und persönliche Gefolgschaft hergestellt.

Die Herkunft vor Herzog Friedrich I. von Schwaben ist nur lückenhaft belegt. Frühere Stammbäume versuchten, die Familie möglichst weit zurückzuführen. Moderne Forschung ist zurückhaltender: Einzelne Verwandtschaften, Besitzschwerpunkte und Namensfolgen sind erkennbar, eine vollständig gesicherte Ahnenreihe bis in weit frühere Jahrhunderte lässt sich aber nicht konstruieren.

Auch die Burg auf dem Hohenstaufen darf nicht als dauerhafte Hauptstadt verstanden werden. Sie war ein wichtiger Herrschafts- und Erinnerungsort, aber die Staufer regierten nicht von einem festen Regierungssitz aus. Könige und Kaiser reisten mit Hof, Kanzlei, Beratern und Gefolge durch ihre Herrschaftsräume. Aachen, Frankfurt, Worms, Speyer, Mainz, Nürnberg, Würzburg, Hagenau, Gelnhausen, Regensburg, Pavia, Mailand, Palermo und viele andere Orte waren zeitweise politisch bedeutsamer als die Stammburg.

Relativ gut belegt

  • Herzogserhebung Friedrichs I. im Jahr 1079
  • enge Verbindung zum salischen Kaiserhaus durch Agnes
  • Königswahl Konrads III. im Jahr 1138
  • Herrschaftszeiten der späteren Könige und Kaiser
  • Urkunden, Chroniken, Siegel, Bauten und Rechtsakte

Nur vorsichtig zu beantworten

  • genaue Herkunft der frühesten Vorfahren
  • exaktes Baujahr der ersten Burg
  • Geburtsorte mancher Familienmitglieder
  • persönliche Motive hinter politischen Entscheidungen
  • spätere Legenden über Charakter und Aussehen

Herkunft und Aufstieg im 11. und frühen 12. Jahrhundert

Friedrich I. von Schwaben

Der politische Aufstieg der Familie wird gewöhnlich mit Friedrich I. verbunden. Während des Investiturstreits unterstützte er König Heinrich IV. Dieser belehnte ihn 1079 mit dem Herzogtum Schwaben und gab ihm seine Tochter Agnes zur Frau. Damit verband sich der schwäbische Adlige unmittelbar mit dem salischen Kaiserhaus.

Die Ehe mit Agnes war von außerordentlicher dynastischer Bedeutung. Sie verschaffte den Nachkommen nicht automatisch ein Recht auf das Königtum, erhöhte aber Rang, Ansehen und Erbchancen. Als die männliche Linie der Salier 1125 mit Kaiser Heinrich V. endete, konnten sich die Staufer auf ihre Verwandtschaft mit dem erloschenen Kaiserhaus und auf umfangreiche Besitz- und Rechtsansprüche berufen.

Die Burg Stauf

Friedrich ließ vor 1079 eine Burg auf dem markanten Berg über dem Filstal errichten; traditionell wird die Entstehung um 1070 angesetzt. Neuere Forschung diskutiert sowohl die genaue Datierung als auch ältere Nutzungsphasen des Gipfels. Sicher ist, dass die Burg zu einem wichtigen Zeichen des regionalen Aufstiegs wurde. Sie kontrollierte Wege, machte Herrschaft sichtbar und bot einen befestigten Mittelpunkt im schwäbischen Besitzraum.

Friedrich II. der Einäugige und Konrad

Die Söhne Friedrich II., später „der Einäugige“ genannt, und Konrad bauten die Stellung der Familie aus. Friedrich übernahm das Herzogtum Schwaben. Konrad erhielt politische Aufgaben in Franken und trat schließlich als Königskandidat hervor. Beide Brüder profitierten vom salischen Erbe, mussten ihre Ansprüche aber gegen König Lothar III., die Welfen und andere Fürsten behaupten.

Konrad ließ sich 1127 in einer ersten, letztlich erfolglosen Gegenkönigsherrschaft erheben und wurde in Italien gekrönt. Der Versuch scheiterte. Trotzdem zeigte sich bereits, dass die Familie nicht mehr nur regional dachte. Nach Lothars Tod gelang 1138 der entscheidende Durchbruch: Konrad wurde zum römisch-deutschen König gewählt.

Wie staufische Dynastieherrschaft funktionierte

Die Staufer besaßen keinen modernen Staat mit Ministerien, festen Grenzen und einer überall gleich arbeitenden Verwaltung. Herrschaft entstand durch ein Geflecht verschiedener Mittel. Der König verfügte über Reichsgut und königliche Rechte, war aber auf die Zusammenarbeit geistlicher und weltlicher Großer angewiesen. Eigener Familienbesitz, Erbschaften, Lehen, Burgen, Klostervogteien und Städte bildeten eine zusätzliche Machtbasis.

Verwandtschaft und Ehe

Ehen verbanden die Staufer mit Saliern, Welfen, burgundischen Grafen, normannischen Königen Siziliens, byzantinischen Kaisern sowie den Königshäusern von Aragón, England und Jerusalem.

Ämter und Lehen

Das Herzogtum Schwaben, Königswürde, Reichsrechte und italienische Titel schufen Rang, mussten aber politisch behauptet und durch Zustimmung anerkannt werden.

Ministerialität

Unfreie Dienstleute konnten als Verwalter, Burgmannen, Diplomaten und militärische Führungskräfte aufsteigen. Sie waren für die praktische Ausübung von Herrschaft unverzichtbar.

Burgen, Pfalzen und Städte

Burgen sicherten Räume und Verkehrswege, dienten als Verwaltungsorte und symbolisierten Herrschaft. Pfalzen nahmen den reisenden Hof auf. Städte erhielten Märkte, Rechte, Befestigungen und wirtschaftliche Funktionen. Viele sogenannte staufische Städte entstanden nicht aus einem einzigen Gründungsakt, sondern entwickelten sich schrittweise aus älteren Siedlungen, Märkten und Befestigungen.

Kirchen und Klöster

Klöster waren Gebetsgemeinschaften, Grablegen, Bildungsorte, Grundherren und politische Partner. Besonders Kloster Lorch wurde zu einem wichtigen Erinnerungsort der frühen Familie. Bischöfe und Äbte gehörten zu den einflussreichsten Reichsfürsten. Die Staufer förderten kirchliche Einrichtungen, standen zugleich aber wiederholt im scharfen Konflikt mit Päpsten und einzelnen Bischöfen.

Reisendes Königtum

Der Hof zog dorthin, wo Gerichtstage, Verhandlungen, Feste, militärische Unternehmungen und Versorgung möglich waren. Urkunden wurden an zahlreichen Orten ausgestellt. Persönliche Anwesenheit war ein wichtiges Herrschaftsmittel: Der König hörte Klagen, bestätigte Rechte, vermittelte Konflikte, empfing Gesandte und machte Rangordnungen sichtbar.

Konrad III. – der erste staufische König

Konrad III. wurde 1138 nach dem Tod Kaiser Lothars III. zum König gewählt. Seine Wahl setzte sich gegen die Ansprüche Heinrichs des Stolzen aus dem welfischen Haus durch. Damit begann ein lang anhaltender Gegensatz zwischen staufischen und welfischen Interessen, der jedoch nicht als unveränderliche Feindschaft zweier geschlossener Parteien missverstanden werden darf. Bündnisse wechselten, Verwandtschaft verband beide Häuser, und regionale Interessen spielten häufig eine größere Rolle als ein dynastisches Lagerdenken.

Konflikt mit den Welfen

Konrad entzog Heinrich dem Stolzen die Herzogtümer Sachsen und Bayern. Der Konflikt belastete seine gesamte Regierungszeit. Die Auseinandersetzungen verhinderten eine stabile Konzentration auf Italien und erschwerten eine Kaiserkrönung. Konrad blieb römisch-deutscher König und wurde nie Kaiser.

Der Zweite Kreuzzug

Nach dem Fall Edessas nahm Konrad gemeinsam mit dem französischen König Ludwig VII. am Zweiten Kreuzzug teil. Das Unternehmen von 1147 bis 1149 endete militärisch enttäuschend. Krankheiten, Versorgungsschwierigkeiten, Verluste in Kleinasien und das Scheitern vor Damaskus zeigten die Grenzen großer Kreuzzugsheere.

Nachfolgeentscheidung

Konrads eigener Sohn Friedrich war beim Tod des Königs noch jung. Konrad empfahl offenbar seinen Neffen Friedrich, den späteren Barbarossa, als Nachfolger. Dessen welfische Mutter Judith und staufischer Vater Friedrich II. verbanden die beiden großen Familien. Die Fürsten wählten Friedrich 1152 in Frankfurt zum König.

Historische Bedeutung: Konrad III. begründete die staufische Königsherrschaft, konnte aber viele strukturelle Probleme nicht lösen. Barbarossas späterer Glanz darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass dessen Herrschaft auf den politischen Erfahrungen, Netzwerken und Konflikten seines Onkels aufbaute.

Friedrich I. Barbarossa – König, Kaiser und spätere Legendenfigur

Friedrich I., seit dem 13. Jahrhundert mit dem italienischen Beinamen „Barbarossa“ – Rotbart – bezeichnet, wurde 1152 zum König gewählt und 1155 in Rom zum Kaiser gekrönt. Er versuchte, königliche Rechte im Reich zu ordnen und kaiserliche Ansprüche in Italien durchzusetzen. Seine Regierungszeit wurde später häufig als Höhepunkt staufischer Macht dargestellt.

Ausgleich im Reich

Barbarossa suchte zunächst einen Ausgleich mit Heinrich dem Löwen. Er bestätigte dessen Stellung in Sachsen und gab ihm Bayern zurück. Der Welfe gehörte über Jahre zu den wichtigsten Fürsten des Reiches. Erst als politische Interessen auseinanderliefen und Heinrich 1176 militärische Unterstützung verweigerte, zerbrach das Bündnis. Nach einem Fürstenverfahren verlor Heinrich große Teile seiner Herzogtümer.

Italienpolitik

Norditalien war wirtschaftlich stark, städtisch geprägt und rechtlich vielfältig. Barbarossa wollte traditionelle Reichsrechte und Einnahmen sichern. Auf den Hoftagen von Roncaglia wurden Regalien rechtlich bestimmt. Der Versuch, kaiserliche Amtsträger und Abgaben durchzusetzen, führte zu Konflikten mit Mailand und anderen Städten. Mailand wurde 1162 zerstört, später aber wieder aufgebaut.

Papstschisma und Lombardenbund

Nach der umstrittenen Papstwahl von 1159 unterstützte Barbarossa Gegenpäpste gegen Alexander III. Der Konflikt verband sich mit dem Widerstand norditalienischer Städte. Im Lombardenbund schlossen sich Kommunen zusammen. Die Niederlage des kaiserlichen Heeres bei Legnano 1176 erzwang einen politischen Ausgleich. 1177 erkannte Barbarossa im Frieden von Venedig Alexander III. an; 1183 regelte der Frieden von Konstanz das Verhältnis zu den lombardischen Städten.

Familie und europäische Politik

Die Ehe mit Beatrix von Burgund stärkte staufische Ansprüche im Königreich Burgund und brachte umfangreiche Rechte in der Freigrafschaft Burgund. Die Heirat des Sohnes Heinrich mit Konstanze von Sizilien bereitete die spätere Verbindung mit dem normannischen Königreich vor. Barbarossas Politik war damit nicht allein auf Deutschland und Norditalien beschränkt.

Dritter Kreuzzug und Tod

Nach der Eroberung Jerusalems durch Sultan Saladin brach Barbarossa 1189 mit einem großen Heer zum Dritten Kreuzzug auf. Das Heer zog über den Balkan und Kleinasien. Am 10. Juni 1190 starb der Kaiser im Fluss Saleph im heutigen Süden der Türkei. Die genauen Umstände sind nicht völlig eindeutig. Sein Tod schwächte das deutsche Kreuzzugsheer erheblich.

Die ausführliche Einzelseite behandelt seine Herrschaft, Italienpolitik, Kreuzzug, Tod und spätere Sage noch genauer: Kaiser Barbarossa ausführlich kennenlernen.

Heinrich VI. – Kaiserreich und Königreich Sizilien

Heinrich VI., Sohn Barbarossas und Beatrix’ von Burgund, wurde bereits zu Lebzeiten des Vaters zum König erhoben und 1191 zum Kaiser gekrönt. Seine Ehe mit Konstanze, der Erbin des normannischen Königreichs Sizilien, eröffnete der Dynastie einen neuen Herrschaftsraum im Mittelmeer.

Der Kampf um Sizilien

Nach dem Tod König Wilhelms II. von Sizilien 1189 war Konstanzes Erbrecht umstritten. Der normannische Adel erhob Tankred von Lecce zum König. Heinrich unternahm mehrere Feldzüge und konnte das Königreich 1194 erobern. Weihnachten 1194 wurde er in Palermo zum König gekrönt. Einen Tag später brachte Konstanze in Jesi den späteren Friedrich II. zur Welt.

Eine außergewöhnliche Machtstellung

Die Verbindung von römisch-deutschem Königtum, Kaisertum und dem wohlhabenden Königreich Sizilien schuf eine Machtstellung, die Päpste und andere Fürsten beunruhigte. Das Königreich verfügte über eine vergleichsweise dichte Verwaltung, Häfen, Städte, Landwirtschaft und Einnahmen aus dem Mittelmeerhandel. Gleichzeitig war es kulturell vielfältig: lateinische, griechische, arabische und jüdische Traditionen wirkten zusammen.

Erbreichsplan

Heinrich versuchte, die bislang grundsätzlich auf Wahl beruhende Königswürde stärker erblich zu machen. Der sogenannte Erbreichsplan scheiterte am Widerstand der Fürsten und an komplexen Gegenleistungen. Sein kleiner Sohn Friedrich wurde zwar 1196 zum König gewählt, aber nach Heinrichs frühem Tod 1197 nicht im Reich gekrönt.

Früher Tod

Heinrich starb im September 1197 im Alter von nur 31 oder 32 Jahren in Messina. Sein Tod löste eine schwere Nachfolgekrise aus. Konstanze konzentrierte sich auf das Königreich Sizilien und ließ den kleinen Friedrich 1198 dort zum König krönen. Im Reich kam es zur Doppelwahl.

Philipp von Schwaben, Otto IV. und der deutsche Thronstreit

Nach Heinrichs Tod war Friedrich II. ein Kleinkind. Staufische Anhänger erhoben deshalb Heinrichs Bruder Philipp von Schwaben zum König. Eine gegnerische Gruppe wählte den Welfen Otto von Braunschweig, den späteren Kaiser Otto IV. Damit begann 1198 ein fast elfjähriger Thronstreit.

Zwei Könige, zwei Krönungen, wechselnde Bündnisse

Beide Seiten versuchten, Fürsten, Bischöfe, Städte, ausländische Könige und den Papst zu gewinnen. Dabei waren traditionelle Krönungsorte, die richtigen Insignien und die Person des krönenden Erzbischofs politisch wichtig. Der Thronstreit zeigt, dass eine Wahl allein nicht ausreichte: Herrschaft musste durch Anerkennung, militärische Stärke, Verhandlungen und symbolische Akte bestätigt werden.

Philipps Aufstieg und Ermordung

Philipp gewann im Laufe der Jahre zunehmend Anhänger. Eine Entscheidung zu seinen Gunsten schien möglich, als er am 21. Juni 1208 in Bamberg von Pfalzgraf Otto VIII. von Wittelsbach ermordet wurde. Es handelte sich um die erste Ermordung eines römisch-deutschen Königs seit Jahrhunderten. Die Tat entstand aus einem persönlichen und politischen Konflikt, wurde aber sofort reichspolitisch wirksam.

Otto IV. und die Rückkehr Friedrichs II.

Otto wurde zunächst allgemein anerkannt und 1209 zum Kaiser gekrönt. Sein Vorgehen in Italien brachte ihn jedoch in Konflikt mit Papst Innozenz III. Daraufhin unterstützten staufische Anhänger und der Papst Friedrich II. Dieser zog 1212 aus Sizilien nach Deutschland. Nach der Niederlage Ottos und seiner Verbündeten in der Schlacht bei Bouvines 1214 setzte sich Friedrich endgültig durch und wurde 1215 in Aachen gekrönt.

Friedrich II. – Kaiser zwischen Sizilien, Reich und Mittelmeer

Friedrich II. wurde 1194 in Jesi geboren. Er war Sohn Heinrichs VI. und Konstanzes von Sizilien, Enkel Barbarossas und Erbe zweier sehr unterschiedlicher Herrschaftstraditionen. Nach dem frühen Tod der Eltern wuchs er in Palermo auf und wurde bereits als Kind König von Sizilien.

Königtum und Kaiserkrönung

1212 wurde Friedrich erneut zum römisch-deutschen König gewählt, 1215 in Aachen gekrönt und 1220 in Rom zum Kaiser gekrönt. Er versprach dem Papst wiederholt, das Königreich Sizilien nicht dauerhaft mit dem Reich zu einer einheitlichen Macht zu verbinden. In der Praxis blieb die Personalunion jedoch ein zentrales Element seiner Politik.

Herrschaft in Sizilien

Friedrich ordnete die Verwaltung des Königreichs neu, stärkte königliche Gerichte und Einnahmen und ließ 1231 die Konstitutionen von Melfi – auch Liber Augustalis genannt – verkünden. Das Gesetzbuch fasste bestehendes Recht zusammen und formulierte einen starken königlichen Herrschaftsanspruch. Es darf nicht als moderner Rechtsstaat verstanden werden, zeigt aber die besondere Verwaltungs- und Gesetzgebungstradition Süditaliens.

Deutschlandpolitik

Nördlich der Alpen war Friedrich nur zeitweise persönlich anwesend. Sein Sohn Heinrich (VII.) regierte als König unter den Bedingungen fürstlicher Mitwirkung. Friedrich bestätigte geistlichen und weltlichen Fürsten weitreichende Rechte. Diese Privilegien waren keine einfache „Verschenkung Deutschlands“, sondern Teil politischer Verhandlungen, schwächten aber langfristig die unmittelbaren Möglichkeiten königlicher Herrschaft in vielen Regionen.

Heinrich (VII.)

Heinrich geriet in Konflikt mit den Fürsten und schließlich mit seinem Vater. Nach einer Rebellion wurde er 1235 abgesetzt und gefangen gehalten. Die Klammerzahl in „Heinrich (VII.)“ macht deutlich, dass er als König Heinrich VII. gezählt würde, aber nicht Kaiser war; der spätere Kaiser Heinrich VII. erhielt deshalb dieselbe Ordnungszahl ohne Klammer.

Kreuzzug ohne große Schlacht

Wegen der verzögerten Abfahrt zum Kreuzzug wurde Friedrich 1227 exkommuniziert. Trotzdem reiste er 1228 ins Heilige Land. Durch Verhandlungen mit Sultan al-Kamil erreichte er die zeitweilige Übergabe Jerusalems, Bethlehems und Nazareths an die Christen. 1229 setzte er sich in der Grabeskirche selbst die Krone des Königreichs Jerusalem auf. Der Erfolg war diplomatisch bemerkenswert, blieb aber politisch und religiös umstritten.

Konflikt mit dem Papsttum und den lombardischen Städten

Friedrichs Machtstellung in Sizilien und Reichsitalien ließ den Kirchenstaat eingekreist erscheinen. Päpste Gregor IX. und Innozenz IV. bekämpften ihn mit Exkommunikation, Propaganda und Bündnispolitik. Der Kaiser wiederum setzte militärische, rechtliche und publizistische Mittel ein. 1245 erklärte das Konzil von Lyon Friedrich für abgesetzt – eine Maßnahme, deren rechtliche und politische Wirkung umstritten blieb, die den Konflikt aber weiter verschärfte.

Hof, Wissenschaft und Kultur

Friedrichs Hof zog Juristen, Verwaltungsfachleute, Dichter, Übersetzer und Gelehrte an. Der Kaiser interessierte sich besonders für Naturbeobachtung und Falknerei. Sein Werk „De arte venandi cum avibus“ verbindet praktische Erfahrung mit systematischer Beobachtung. An seinem sizilianischen Hof entwickelte sich die sogenannte Sizilianische Dichterschule, die für die Geschichte der italienischen Literatursprache bedeutend wurde.

Castel del Monte

Das achteckige Castel del Monte in Apulien ist das bekannteste Bauwerk, das mit Friedrich II. verbunden wird. Seine genaue Funktion wird weiterhin diskutiert. Die Verbindung klassischer, nordeuropäischer und islamisch geprägter Gestaltungselemente macht das Bauwerk zu einem außergewöhnlichen Zeugnis der mediterranen Welt des 13. Jahrhunderts.

Tod

Friedrich II. starb am 13. Dezember 1250 in Castel Fiorentino in Apulien. Er wurde im Dom von Palermo beigesetzt. Sein Tod beendete nicht sofort staufische Herrschaft, entzog der Dynastie aber ihre stärkste politische Persönlichkeit und beschleunigte den Zerfall ihrer Stellung.

Konrad IV., Manfred und Konradin – die letzten Kämpfe

Konrad IV.

Konrad IV., Sohn Friedrichs II. und Isabellas von Brienne, war seit 1237 römisch-deutscher König. Nach dem Tod seines Vaters musste er sich gegen Gegenkönige, päpstliche Gegner und regionale Rivalen behaupten. 1251 zog er nach Süditalien, um das Königreich Sizilien zu sichern. Er starb 1254 bei Lavello, wahrscheinlich an einer Krankheit.

Das Interregnum im Reich

Mit Konrads Tod begann im Reich die Phase, die häufig als Interregnum bezeichnet wird. Mehrere ausländische Fürsten wurden gewählt, konnten aber nur begrenzt und zeitweise Herrschaft ausüben. Regionale Fürsten, Städte und Bischöfe stärkten ihre eigenen Positionen. Erst die Wahl Rudolfs von Habsburg 1273 schuf wieder eine allgemeinere königliche Präsenz.

Manfred von Sizilien

Manfred war ein unehelicher, von Friedrich II. anerkannter Sohn. Zunächst verwaltete er Sizilien im Namen Konrads IV. und später Konradins. 1258 ließ er sich zum König von Sizilien krönen. Papst Urban IV. übertrug die Krone jedoch Karl von Anjou, einem Bruder des französischen Königs. Manfred fiel 1266 in der Schlacht bei Benevent.

Konradin

Konradin, 1252 geboren, war Sohn Konrads IV. und Elisabeths von Bayern. In Süddeutschland aufgewachsen, besaß er nur noch begrenzte Mittel. Anhänger in Italien riefen ihn zur Rückgewinnung des sizilianischen Erbes. Nach anfänglichen Erfolgen wurde sein Heer 1268 bei Tagliacozzo von Karl von Anjou geschlagen. Konradin wurde gefangen genommen, verurteilt und am 29. Oktober 1268 in Neapel öffentlich hingerichtet. Er war sechzehn Jahre alt.

Was endete 1268? Mit Konradins Tod erlosch die legitime männliche Hauptlinie der Staufer. Die genetische und dynastische Nachkommenschaft verschwand nicht: Über Töchter und weibliche Linien waren zahlreiche europäische Herrscherhäuser mit den Staufern verwandt.

Frauen der Staufer – Erbinnen, Königinnen und politische Vermittlerinnen

Ältere Darstellungen konzentrierten sich fast ausschließlich auf Könige, Kaiser und Schlachten. Dynastien konnten jedoch ohne Frauen weder biologisch fortbestehen noch Besitz, Rang und internationale Verbindungen erweitern. Staufische Politik war wesentlich Ehe- und Verwandtschaftspolitik.

Agnes von Waiblingen

Agnes, Tochter Kaiser Heinrichs IV., verband durch ihre Ehe mit Herzog Friedrich I. die Staufer mit dem salischen Kaiserhaus. Nach Friedrichs Tod heiratete sie Markgraf Leopold III. von Österreich. Dadurch entstanden Verbindungen zu den Babenbergern. Zu ihren Kindern aus zweiter Ehe gehörte Otto von Freising, Bischof, Geschichtsschreiber und Onkel Barbarossas.

Judith von Bayern

Judith aus dem welfischen Haus heiratete Herzog Friedrich II. von Schwaben und wurde Mutter Barbarossas. Damit vereinigte Friedrich I. in seiner Abstammung staufische und welfische Linien – ein wichtiger Grund, warum seine Wahl 1152 als Möglichkeit zum Ausgleich wahrgenommen wurde.

Beatrix von Burgund

Beatrix brachte als Erbin der Freigrafschaft Burgund bedeutende Rechte in die Ehe mit Barbarossa ein. Sie wurde 1167 in Rom zur Kaiserin und später in Vienne zur Königin von Burgund gekrönt. Ihre Herkunft erweiterte den staufischen Handlungsspielraum im westlichen Reich.

Konstanze von Sizilien

Konstanze war Tochter des normannischen Königs Roger II. und Erbin des Königreichs Sizilien. Ihre Ehe mit Heinrich VI. war eine der folgenreichsten Heiraten des Mittelalters. Nach Heinrichs Tod sicherte sie ihrem Sohn Friedrich die sizilianische Krone und löste dessen Verbindung aus den unmittelbaren deutschen Thronkämpfen.

Irene-Maria von Byzanz

Die byzantinische Kaisertochter Irene, ursprünglich Maria genannt, heiratete Philipp von Schwaben. Ihre Töchter verbanden staufische Abstammung mit den Königshäusern von Kastilien, Böhmen und Brabant. Nach Philipps Ermordung starb Irene nur wenige Wochen später.

Die Gemahlinnen Friedrichs II.

Konstanze von Aragón unterstützte Friedrich in den frühen Jahren und brachte mediterrane Verbindungen ein. Isabella beziehungsweise Jolande von Brienne übertrug ihm den Anspruch auf das Königreich Jerusalem. Isabella von England, Schwester König Heinrichs III., verband ihn mit dem englischen Königshaus. Diese Ehen zeigen, dass staufische Politik auf einem europäischen Heiratsnetz beruhte.

Elisabeth von Bayern

Elisabeth, Gemahlin Konrads IV. und Mutter Konradins, musste nach dem frühen Tod ihres Mannes die Interessen ihres Kindes in einer äußerst unsicheren Lage vertreten. Ihr Sohn wuchs im Umfeld der Wittelsbacher auf. Seine Erbrechte wurden zum Gegenstand europäischer Politik.

Vom Hohenstaufen bis Palermo – die Räume staufischer Herrschaft

„Das Stauferreich“ war kein einheitlicher Flächenstaat. Die Familie verfügte über verschiedene, rechtlich voneinander getrennte Herrschaftstitel und Besitzkomplexe. Der römisch-deutsche König war gewählt, der Kaiser wurde in Rom gekrönt, das Königreich Sizilien folgte eigenen Erb- und Verwaltungsregeln, Burgund und Italien besaßen wiederum andere Traditionen.

Schwaben und Elsass

Frühere Besitzschwerpunkte lagen in Schwaben, im Elsass und in angrenzenden Gebieten. Burgen, Klostervogteien, Städte und Reichsgut bildeten ein Netz, aber kein geschlossenes Territorium. Orte wie Hohenstaufen, Lorch, Waiblingen, Hagenau, Schlettstadt, Wimpfen, Gelnhausen und Nürnberg wurden in unterschiedlichen Phasen wichtig.

Franken und der Mittelrhein

Der Zugriff auf salisches Erbe und Reichsgut erweiterte die Macht nach Franken und an den Rhein. Speyer blieb als salische Kaisergrablege ein zentraler Erinnerungsort. Worms, Mainz und Frankfurt waren wichtige Orte für Hoftage, Wahlen und Verhandlungen.

Burgund

Durch Beatrix von Burgund gewann Barbarossa Rechte in der Freigrafschaft Burgund. Das Königreich Burgund gehörte formal zum Reich, doch königliche Herrschaft war dort regional sehr unterschiedlich ausgeprägt. Krönungen, Ehen und persönliche Präsenz sollten Bindungen festigen.

Nord- und Mittelitalien

In Italien traf der kaiserliche Anspruch auf starke Kommunen, Bischöfe, Adelsfamilien und den Kirchenstaat. Städte wie Mailand, Cremona, Pavia, Piacenza, Bologna und Verona verfolgten eigene Interessen. Begriffe wie „kaisertreu“ oder „papsttreu“ vereinfachen die Lage: Bündnisse wechselten häufig nach lokalen Rivalitäten.

Sizilien und Süditalien

Das normannische Königreich umfasste die Insel Sizilien und weite Teile des süditalienischen Festlands. Palermo, Messina, Capua, Neapel, Foggia, Lucera und Bari gehörten zu einem urbanen und mediterranen Raum. Verwaltung, Recht, Landwirtschaft, Handel und Flottenwesen unterschieden sich deutlich von vielen Gebieten nördlich der Alpen.

Jerusalem

Über Isabella von Brienne beanspruchte Friedrich II. das Königreich Jerusalem. Seine tatsächliche Herrschaft war begrenzt und umstritten. Trotzdem zeigte der Titel die globale Reichweite dynastischer Ansprüche im Zeitalter der Kreuzzüge.

Staufer, Kirche und Papsttum

Das Verhältnis zwischen Staufern und Kirche war keineswegs durchgehend feindlich. Familienmitglieder gründeten und förderten Klöster, arbeiteten mit Bischöfen zusammen und verstanden Herrschaft als von Gott legitimiert. Gleichzeitig gerieten Könige und Kaiser in fundamentale Konflikte mit Päpsten.

Nachwirkungen des Investiturstreits

Der Investiturstreit des 11. und frühen 12. Jahrhunderts hatte die Frage verschärft, wer Bischöfe einsetzen und über kirchliche Ämter bestimmen durfte. Das Wormser Konkordat von 1122 regelte den Konflikt, beseitigte aber nicht die Konkurrenz zwischen geistlicher und weltlicher Gewalt.

Barbarossa und Alexander III.

Das Papstschisma ab 1159 führte zu einer jahrelangen Konfrontation. Barbarossa unterstützte von ihm anerkannte Gegenpäpste, während Alexander III. mit lombardischen Städten und anderen Gegnern des Kaisers zusammenarbeitete. Erst der Frieden von Venedig 1177 beendete diesen Teil des Konflikts.

Das Problem der Einkreisung

Seit Heinrich VI. und Friedrich II. bestand die Gefahr, dass das Papsttum zwischen Reichsitalien im Norden und dem staufischen Königreich Sizilien im Süden eingekreist wurde. Päpste betrachteten Sizilien zudem als päpstliches Lehen. Diese politische Geografie war ein Hauptgrund für die erbitterten Auseinandersetzungen.

Exkommunikation als politisches und religiöses Mittel

Friedrich II. wurde mehrfach exkommuniziert. Eine Exkommunikation schloss aus der kirchlichen Gemeinschaft aus und konnte politische Loyalitäten erschüttern. Sie war jedoch kein automatischer Machtverlust. Der Kaiser behielt Anhänger und konnte selbst während des Banns den Kreuzzug durchführen.

Propaganda

Beide Seiten nutzten scharfe Sprache. Päpstliche Schreiben zeichneten Friedrich II. zeitweise als Feind der Kirche, während die kaiserliche Kanzlei päpstliche Ansprüche zurückwies. Spätere Bilder vom „Antichrist“ oder vom aufgeklärten, modernen Kaiser müssen im Zusammenhang mittelalterlicher und neuzeitlicher Propaganda betrachtet werden.

Die Staufer und die Kreuzzüge

Kreuzzüge waren religiöse Wallfahrten, militärische Unternehmungen, politische Projekte und soziale Bewegungen zugleich. Mehrere Staufer nahmen daran teil oder waren unmittelbar betroffen.

Konrad III. und der Zweite Kreuzzug

Konrad führte ein großes deutsches Heer nach Kleinasien. Der Feldzug erlitt schwere Verluste. Der spätere Angriff auf Damaskus scheiterte. Für Konrads Königtum bedeutete die lange Abwesenheit zusätzliche Belastungen.

Barbarossa und der Dritte Kreuzzug

Barbarossa bereitete seinen Zug sorgfältig diplomatisch und logistisch vor. Sein Heer erreichte Kleinasien und siegte bei Ikonion. Der Tod des Kaisers im Saleph führte jedoch zum Zerfall großer Teile des Heeres. Sein Sohn Friedrich von Schwaben führte einen Rest bis Akkon und starb dort 1191.

Heinrich VI. und der Kreuzzug von 1197

Heinrich bereitete einen großen Kreuzzug vor, starb aber vor der eigenen Abreise. Deutsche Fürsten und Ritter erreichten das Heilige Land und erzielten zeitweise Erfolge. Der Tod des Kaisers und der deutsche Thronstreit verhinderten eine dauerhafte Fortsetzung.

Friedrich II. und die Diplomatie

Friedrichs Kreuzzug von 1228/29 unterschied sich von vielen anderen Unternehmungen. Statt einer großen Feldschlacht erzielte er durch Vertrag die zeitweilige Rückgabe Jerusalems. Der Vertrag war auf zehn Jahre befristet und wurde von verschiedenen christlichen Gruppen kritisch bewertet. Er zeigt dennoch, dass Diplomatie im Verhältnis zwischen christlichen und muslimischen Herrschern eine bedeutende Rolle spielte.

Keine romantische Ritterreise: Kreuzzüge bedeuteten Gewalt, Krankheit, Hunger, hohe Kosten, religiöse Intoleranz und tiefgreifende Folgen für jüdische, muslimische und christliche Bevölkerungen. Eine historische Darstellung muss militärischen Ruhm und menschliches Leid gemeinsam berücksichtigen.

Kultur, Recht, Sprache und Architektur der Stauferzeit

Keine einheitliche „Stauferkunst“

Der Begriff „staufische Kunst“ fasst unterschiedliche Entwicklungen des 12. und 13. Jahrhunderts zusammen. Bauwerke, Skulpturen, Handschriften und Kunsthandwerk entstanden in regionalen Traditionen. Nicht jedes romanische Bauwerk dieser Zeit wurde von einem Staufer persönlich veranlasst.

Burgen und Pfalzen

Die Epoche brachte zahlreiche Steinburgen, Palasbauten, Kapellen und repräsentative Toranlagen hervor. Beispiele sind die Kaiserpfalzen in Gelnhausen und Wimpfen sowie Burgen im Elsass und in Italien. Umbauten erfolgten über Generationen; eine eindeutige Zuordnung zu einem einzelnen Herrscher ist oft schwierig.

Kirchen und Skulptur

Romanische und frühgotische Kirchen spiegeln wirtschaftliche Ressourcen, religiöse Vorstellungen und handwerkliche Netzwerke. Der Dom zu Speyer war salische Grablege, wurde aber auch für staufische Erinnerung wichtig. In Süditalien verbanden sich normannische, byzantinische, islamische und lateinische Elemente.

Recht und Verwaltung

Barbarossas Italienpolitik griff auf gelehrte Juristen und das wiederentdeckte römische Recht zurück. Friedrich II. ließ für Sizilien ein umfassendes Gesetzbuch verkünden. Gleichzeitig blieb Recht im Reich plural: Gewohnheitsrecht, Lehnrecht, Stadtrecht, Kirchenrecht und königliche Entscheidungen bestanden nebeneinander.

Literatur

Die Zeit der Staufer war eine Blüte höfischer Literatur. Minnesang und höfische Epik entwickelten sich an vielen Fürstenhöfen. Dichter wie Walther von der Vogelweide kommentierten auch die Reichspolitik. In Sizilien entstand am Hof Friedrichs II. und seiner Söhne eine frühe italienische Kunstdichtung; Giacomo da Lentini wird mit der Entwicklung des Sonetts verbunden.

Wissenschaft und Übersetzung

Im Mittelmeerraum begegneten sich lateinische, griechische, arabische und jüdische Wissenskulturen. Übersetzungen machten Werke der Philosophie, Medizin, Mathematik und Naturkunde zugänglich. Friedrichs Hof war Teil dieses Austauschs, sollte aber nicht als moderner toleranter Wissenschaftsstaat idealisiert werden. Herrschaft blieb hierarchisch und konnte gegenüber Minderheiten ebenso repressiv handeln.

Drei Löwen, Waiblingen, Welfen und Ghibellinen

Die drei Löwen

Drei schreitende Löwen wurden zum Wappen des Herzogtums Schwaben und eng mit der staufischen Erinnerung verbunden. Das heutige Landeswappen Baden-Württembergs greift diese drei schwarzen Löwen im goldenen Schild auf. Sie stehen dort für Schwaben und die historische Verbindung der südwestdeutschen Landesteile.

Welfen und Waiblinger

Die Begriffe „Welfen“ und „Waiblinger“ wurden mit dem Konflikt konkurrierender Adelsgruppen verbunden. Waiblingen war ein wichtiger salisch-staufischer Besitzort. In Italien entwickelten sich daraus die Bezeichnungen Guelfen und Ghibellinen.

Guelfen und Ghibellinen in Italien

Guelfen galten grundsätzlich als päpstlich, Ghibellinen als kaiserlich orientiert. In der Praxis waren es jedoch keine stabilen Parteien im modernen Sinn. Stadtinterne Familienkonflikte, wirtschaftliche Rivalitäten und regionale Bündnisse bestimmten die Zuordnung. Eine Stadt oder Familie konnte im Lauf der Zeit die Seite wechseln.

„Stauferlöwe“ heute

Der Löwe erscheint im Landkreis Göppingen, in touristischen Zeichen, auf Stauferstelen und in der baden-württembergischen Erinnerungskultur. Diese moderne Symbolik schafft regionale Identität, ist aber selbst Teil der langen Nachgeschichte und nicht einfach eine unveränderte Fortsetzung des Mittelalters.

Warum die staufische Herrschaft zerbrach

Der Untergang lässt sich nicht auf einen einzigen Grund reduzieren. Mehrere Entwicklungen wirkten zusammen.

Überdehnte Herrschaftsräume

Deutschland, Burgund, Norditalien und Sizilien verlangten unterschiedliche Formen persönlicher Anwesenheit, Verwaltung und Bündnispolitik.

Konflikt mit dem Papsttum

Die Päpste mobilisierten geistliche Sanktionen, europäische Bündnisse und Gegenkandidaten gegen die Staufer.

Starke Fürsten und Städte

Reichsfürsten, Kommunen und regionale Dynastien verfolgten eigene Interessen und konnten königliche Schwäche nutzen.

Frühe Todesfälle

Heinrich VI., Philipp von Schwaben und Konrad IV. starben jung; Konradin war beim Verlust seines Erbes noch minderjährig.

Kein zwangsläufiges Scheitern

Rückblickend wirkt das Ende manchmal unvermeidlich. Zeitgenossen konnten die Zukunft jedoch nicht kennen. Noch 1250 verfügten die Staufer über bedeutende Anhänger und Ressourcen. Erst die Folge von Niederlagen, Todesfällen, päpstlicher Opposition und der Eroberung Siziliens durch Karl von Anjou beseitigte ihre Herrschaft.

Folgen für das Reich

Nach 1254 fehlte über längere Zeit ein allgemein durchsetzungsfähiger König. Fürsten und Städte bauten Territorien, Rechte und Bündnisse aus. Das Reich zerfiel dennoch nicht. Königswahl, Reichstage, Rechtstraditionen und die Vorstellung des Reiches bestanden fort und wurden unter Rudolf von Habsburg neu geordnet.

Vom mittelalterlichen Herrscherhaus zum nationalen Mythos

Mittelalterliche Erinnerung

Schon im Mittelalter wurden Staufer unterschiedlich beurteilt. Anhänger priesen kaiserliche Würde, Gegner verurteilten Herrschaftsansprüche. Chronisten schrieben aus kirchlichen, regionalen und politischen Perspektiven. Eine einheitliche zeitgenössische Bewertung gab es nicht.

Barbarossas Sage

Die bekannte Vorstellung vom schlafenden Kaiser, der im Berg auf die Erneuerung des Reiches wartet, wurde erst im Lauf der Jahrhunderte auf Barbarossa konzentriert. Ältere Sagen bezogen sich teilweise auf Friedrich II. Im 19. Jahrhundert wurde der Kyffhäuser-Mythos mit nationaler Einigung verbunden.

Das 19. Jahrhundert

Historiker, Dichter, Maler und politische Bewegungen stilisierten die Staufer zu Trägern deutscher Größe und Italienpolitik. Dabei wurden mittelalterliche Herrschaftsformen in nationale Vorstellungen übertragen, die den Menschen des 12. und 13. Jahrhunderts fremd gewesen wären.

20. Jahrhundert und politische Vereinnahmung

Nationalistische und nationalsozialistische Deutungen nutzten Stauferbilder für Macht- und Expansionsvorstellungen. Die Benennung des deutschen Angriffs auf die Sowjetunion als „Unternehmen Barbarossa“ ist ein besonders drastisches Beispiel für politische Instrumentalisierung. Eine verantwortungsvolle Erinnerung muss diese Vereinnahmung benennen und vom historischen Kaiser unterscheiden.

Moderne Forschung

Heute stehen neben Herrschern auch Frauen, Ministeriale, Städte, ländliche Gesellschaften, jüdische Gemeinden, Verwaltung, Kommunikation, materielle Kultur und mediterrane Verflechtungen im Mittelpunkt. Archäologie und naturwissenschaftliche Methoden ergänzen Urkunden und Chroniken. Dadurch wird die Stauferzeit vielfältiger, aber auch weniger geeignet für einfache Heldengeschichten.

Stauferland, Hohenstaufen und Göppingen

Der Hohenstaufen ist heute der sichtbarste regionale Bezugspunkt. Auf seinem 684 Meter hohen Gipfel liegen die freigelegten Grundmauern der Stammburg. Der Berg gehört zum Göppinger Stadtbezirk Hohenstaufen. Am Fuß befinden sich die Ausstellung „Die Staufer“ und die als Barbarossakirche bekannte Pfarrkirche St. Jakobus.

Die Stammburg richtig einordnen

Die Burg war Ausgangspunkt und Symbol des frühen Aufstiegs, aber keine dauerhafte Hauptstadt eines Weltreichs. Barbarossas Aufenthalt ist für 1181 urkundlich belegt. Später verlor die Anlage an politischer Bedeutung, wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört und danach als Steinbruch genutzt. Die heute sichtbaren Mauerzüge wurden im 20. Jahrhundert freigelegt und teilweise ergänzt.

Eine eigene Seite erklärt Burganlage, Archäologie und Besuch ausführlich: Burgruine Hohenstaufen.

Kloster Lorch

Kloster Lorch gilt als wichtige Grablege und Erinnerungsstätte der frühen Staufer. Die heute sichtbare Anlage wurde über Jahrhunderte verändert. Das sogenannte Staufer-Rundbild ist eine moderne künstlerische Darstellung, keine mittelalterliche Originalquelle.

Wäscherschloss

Das Wäscherschloss bei Wäschenbeuren vermittelt den Eindruck einer erhaltenen mittelalterlichen Burganlage und ist eng mit der regionalen Staufervermittlung verbunden. Die Bezeichnung „Wiege der Staufer“ ist populär, muss aber historisch differenziert verstanden werden.

Straße der Staufer

Die Kulturroute verbindet Burgen, Klöster, Kirchen und Städte im Stauferland. Sie macht deutlich, dass Geschichte nicht nur an einem Gipfel stattfand, sondern in einem Netz aus Herrschaftsorten, Verkehrswegen und geistlichen Zentren.

Ausstellung am Hohenstaufen

Der Dokumentationsraum erläutert die Dynastie, Friedrich Barbarossa, Friedrich II., das Leben im Hochmittelalter und die Geschichte der Burg. Da Öffnungszeiten wechseln können, sollten aktuelle Angaben direkt bei der Stadt Göppingen geprüft werden.

Ausführliche Zeitleiste der Staufer

ZeitEreignis und Bedeutung
um 1070 / vor 1079Errichtung der Burg Stauf wird traditionell in diese Zeit gesetzt; die genaue Datierung wird wissenschaftlich diskutiert.
1079König Heinrich IV. belehnt Friedrich I. mit dem Herzogtum Schwaben und verheiratet ihn mit seiner Tochter Agnes.
1105Tod Herzog Friedrichs I.; seine Söhne Friedrich II. und Konrad führen die Familie weiter.
1125Mit Heinrich V. endet die männliche Linie der Salier. Staufer und andere Fürsten ringen um Erbe und Königswürde.
1127–1135Konrad versucht eine erste Gegenkönigsherrschaft gegen Lothar III., kann sich aber nicht durchsetzen.
1138Konrad III. wird zum römisch-deutschen König gewählt – Beginn der staufischen Königsherrschaft.
1147–1149Konrad III. nimmt am Zweiten Kreuzzug teil.
1152Friedrich I. Barbarossa wird in Frankfurt zum König gewählt.
1155Kaiserkrönung Barbarossas in Rom.
1159–1177Papstschisma und Konflikt mit Alexander III.; Barbarossa unterstützt Gegenpäpste.
1162Mailand wird nach seiner Unterwerfung zerstört.
1167Gründung beziehungsweise Festigung des Lombardenbundes gegen die kaiserliche Italienpolitik.
1176Niederlage des kaiserlichen Heeres bei Legnano.
1177Frieden von Venedig zwischen Barbarossa, Papst Alexander III. und weiteren Beteiligten.
1181Barbarossa urkundet nachweislich auf der Burg Hohenstaufen.
1183Frieden von Konstanz regelt das Verhältnis zu den lombardischen Städten.
1184Großes Mainzer Hoffest mit Schwertleite der Kaisersöhne Heinrich und Friedrich.
1186Heinrich VI. heiratet Konstanze von Sizilien.
1189Barbarossa bricht zum Dritten Kreuzzug auf.
1190Tod Barbarossas im Fluss Saleph.
1191Heinrich VI. wird zum Kaiser gekrönt.
1194Heinrich erobert das Königreich Sizilien; Geburt Friedrichs II. in Jesi.
1197Tod Heinrichs VI. in Messina.
1198Doppelwahl Philipps von Schwaben und Ottos IV.; Friedrich II. wird König von Sizilien.
1208Ermordung Philipps von Schwaben in Bamberg.
1212Friedrich II. kommt nach Deutschland und wird erneut zum König gewählt.
1214Schlacht bei Bouvines schwächt Otto IV. entscheidend.
1215Krönung Friedrichs II. in Aachen.
1220Kaiserkrönung Friedrichs II. in Rom.
1227Exkommunikation Friedrichs wegen des abgebrochenen Kreuzzugsaufbruchs.
1228–1229Kreuzzug Friedrichs II.; Vertrag mit Sultan al-Kamil und zeitweilige Rückgabe Jerusalems.
1231Verkündung der Konstitutionen von Melfi für das Königreich Sizilien.
1235Absetzung Heinrichs (VII.); Mainzer Reichslandfriede.
1237Sieg Friedrichs II. über den Lombardenbund bei Cortenuova; Konrad IV. wird zum König gewählt.
1245Papst Innozenz IV. erklärt Friedrich auf dem Konzil von Lyon für abgesetzt.
1250Tod Friedrichs II. in Apulien.
1254Tod Konrads IV.; Beginn des Interregnums im Reich.
1258Manfred lässt sich zum König von Sizilien krönen.
1266Manfred fällt bei Benevent gegen Karl von Anjou.
1268Niederlage und Hinrichtung Konradins; Ende der legitimen männlichen Hauptlinie.
1273Wahl Rudolfs von Habsburg beendet die üblicherweise als Interregnum bezeichnete Phase.
1525Die Stammburg auf dem Hohenstaufen wird im Bauernkrieg zerstört.
19. JahrhundertStaufer und Barbarossa werden stark nationalromantisch und politisch gedeutet.
1977Große Stauferausstellung in Stuttgart; in Hohenstaufen entsteht der Dokumentationsraum für staufische Geschichte.

Häufige Irrtümer über die Staufer

„Die Staufer regierten von der Burg Hohenstaufen aus“

Die Burg war eine frühe Stammburg und ein regionaler Herrschaftsort. Könige und Kaiser regierten jedoch reisend. Ihre politischen Zentren wechselten ständig; unter Friedrich II. lag der Schwerpunkt sogar über lange Zeit in Süditalien.

„Barbarossa gründete die Dynastie“

Barbarossa war bereits die dritte Generation nach Herzog Friedrich I. und der zweite staufische König. Der Aufstieg hatte Jahrzehnte vor seiner Geburt begonnen.

„Alle Staufer waren Kaiser“

Nur Friedrich I., Heinrich VI. und Friedrich II. wurden zu Kaisern gekrönt. Konrad III., Philipp von Schwaben und Konrad IV. waren Könige; andere Familienmitglieder waren Herzöge, Pfalzgrafen, Königinnen, Bischöfe oder Fürsten.

„Deutschland und Italien waren ein einheitlicher Staat“

Die Herrschaftsräume hatten unterschiedliche Rechte, Eliten und Verwaltungsformen. Gemeinsamer Herrscher bedeutete nicht einheitliche Verwaltung.

„Guelfen waren immer päpstlich und Ghibellinen immer kaiserlich“

Die Begriffe waren wichtige politische Kennzeichnungen, doch lokale Konflikte und wechselnde Bündnisse machten die Realität wesentlich komplizierter.

„Friedrich II. war ein moderner aufgeklärter Herrscher“

Er förderte Recht, Wissenschaft und kulturellen Austausch, blieb aber ein mittelalterlicher Monarch mit autoritärem Herrschaftsanspruch, Kriegen, Zwangsmaßnahmen und hierarchischer Gesellschaftsordnung.

„Mit Konradin verschwanden alle Nachkommen“

1268 endete die legitime männliche Hauptlinie. Über Töchter und weibliche Nachkommen setzte sich staufische Abstammung in vielen europäischen Häusern fort.

Die wichtigsten staufischen Herrscher im Überblick

Konrad III.

Erster staufischer König, regierte 1138 bis 1152, kämpfte mit den Welfen und nahm am Zweiten Kreuzzug teil.

Friedrich I. Barbarossa

König ab 1152, Kaiser ab 1155; prägte Reichs- und Italienpolitik und starb 1190 auf dem Dritten Kreuzzug.

Heinrich VI.

Kaiser und seit 1194 König von Sizilien; schuf eine außergewöhnliche Verbindung von Reich und Mittelmeerherrschaft.

Philipp von Schwaben

Staufischer König im Thronstreit ab 1198; 1208 in Bamberg ermordet.

Friedrich II.

König von Sizilien, römisch-deutscher König und Kaiser; Gesetzgeber, Kreuzfahrer und Hauptgegner des Papsttums.

Konrad IV.

Sohn Friedrichs II., König und letzter allgemein anerkannter staufischer Herrscher im Reich; starb 1254.

Häufige Fragen zu den Staufern

Wer waren die Staufer?

Die Staufer waren eine hochmittelalterliche Adels- und Herrscherdynastie mit frühen Schwerpunkten in Schwaben und im Elsass. Seit 1079 stellten sie Herzöge von Schwaben; von 1138 bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts gehörten mehrere römisch-deutsche Könige und die Kaiser Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II. zur Familie.

Warum heißen sie Staufer oder Hohenstaufen?

Die moderne Bezeichnung leitet sich von der Burg auf dem Hohenstaufen bei Göppingen ab. Im Mittelalter war ein dauerhaft verwendeter Familienname dieser Form jedoch noch nicht selbstverständlich. Herrscher wurden eher über Vornamen, Titel, Verwandtschaft und Herrschaftsgebiete bezeichnet.

Ist die Herkunft der Staufer vollständig geklärt?

Nein. Die ältere Familiengeschichte vor Herzog Friedrich I. ist nur lückenhaft überliefert. Verwandtschaftsbeziehungen und regionale Wurzeln lassen sich teilweise erschließen, doch eine durchgehend gesicherte Ahnenreihe bis weit ins 10. Jahrhundert ist nicht vorhanden.

Wer war der erste staufische König?

Konrad III. wurde 1138 zum römisch-deutschen König gewählt. Er war der erste König aus dem staufischen Haus, erhielt aber keine Kaiserkrönung.

Wie viele staufische Kaiser gab es?

Drei Angehörige der Dynastie wurden zu Kaisern gekrönt: Friedrich I. Barbarossa, Heinrich VI. und Friedrich II. Daneben gab es weitere staufische Könige und Mitkönige. Die genaue Zählung hängt davon ab, ob Mitkönige wie Heinrich (VII.) einbezogen werden.

Welche Bedeutung hatte Kaiser Barbarossa?

Friedrich I. Barbarossa prägte von 1152 bis 1190 die staufische Herrschaft. Er versuchte königliche und kaiserliche Rechte im Reich und in Italien zu stärken, geriet in langwierige Konflikte mit norditalienischen Städten und dem Papsttum und wurde später zu einer der bekanntesten Gestalten der deutschen Erinnerungskultur.

Warum war das Königreich Sizilien für die Staufer so wichtig?

Durch die Ehe Heinrichs VI. mit Konstanze von Sizilien verband sich das staufische Kaiserhaus mit dem normannischen Königreich Sizilien. Dessen Ressourcen, Verwaltung und Mittelmeerraum machten die Staufer zu einer europäischen Dynastie, verschärften aber zugleich den Konflikt mit dem Papsttum.

War Friedrich II. hauptsächlich ein deutscher Herrscher?

Friedrich II. war römisch-deutscher König und Kaiser, wurde aber in Italien geboren und wuchs im Königreich Sizilien auf. Sein politischer Schwerpunkt lag lange in Süditalien. Im Reich nördlich der Alpen regierte er häufig durch Stellvertreter, Fürsten, seinen Sohn Heinrich (VII.) und später Konrad IV.

Warum stritten die Staufer mit den Päpsten?

Königtum und Papsttum beanspruchten beide umfassende Autorität. Besonders problematisch war die staufische Verbindung von Reichsitalien und Königreich Sizilien, weil der Kirchenstaat dadurch von staufisch beherrschten Gebieten umgeben werden konnte. Hinzu kamen Streit über Bischofswahlen, Städte, Kreuzzüge und die Grenzen geistlicher und weltlicher Gewalt.

Wie endete die staufische Dynastie?

Nach dem Tod Friedrichs II. 1250 starb sein Sohn Konrad IV. 1254. Manfred fiel 1266 im Kampf um Sizilien. Konradin, der letzte legitime männliche Nachkomme der Hauptlinie, wurde 1268 in Neapel hingerichtet. Über weibliche Linien lebte staufische Abstammung in vielen europäischen Dynastien weiter.

Welche Verbindung besteht zwischen den Staufern und Göppingen-Hohenstaufen?

Auf dem 684 Meter hohen Hohenstaufen stand die Burg, von der die moderne Bezeichnung der Dynastie abgeleitet wird. Der Berg gehört heute zur Stadt Göppingen. Am Fuß befinden sich die Staufer-Ausstellung und die Barbarossakirche; auf dem Gipfel sind Grundmauern der Burg sichtbar.

Was kann man heute im Stauferland besuchen?

Zu den wichtigen Zielen gehören der Hohenstaufen mit Burgruine und Ausstellung, das Wäscherschloss, Kloster Lorch, Schwäbisch Gmünd, Bad Wimpfen sowie zahlreiche Burgen, Kirchen und Städte entlang der Straße der Staufer. In Italien erinnern unter anderem Palermo, Foggia, Castel del Monte und weitere Orte an die südliche Geschichte der Dynastie.

Übernachten im Göppinger Stadtbezirk Hohenstaufen

Das Hotel Goldener Ochsen liegt am Fuß des Hohenstaufens. Von unserem Haus aus erreichen Sie den Ortskern, die Staufer-Ausstellung und die Wege zur Burgruine zu Fuß. Damit wohnen Sie unmittelbar an dem Ort, von dem die moderne Bezeichnung der Dynastie abgeleitet wird.

Der traditionsreiche Ochsen in Göppingen-Hohenstaufen wurde erstmals 1785 urkundlich erwähnt. Unser kleines Hotel wird seit Generationen familiengeführt. Wir vermieten acht Nichtraucherzimmer mit Dusche und WC. Haustiere sind in den Hotelzimmern nicht gestattet; ein Aufzug ist nicht vorhanden, die Zimmer sind nur über Treppen erreichbar.

Zimmeranfragen, Reservierungen und Absprachen zur Anreise sind ausschließlich telefonisch und auf Deutsch möglich. Die Anreise erfolgt nach vorheriger telefonischer Vereinbarung, damit wir unsere Gäste persönlich empfangen können.

Lage
Göppingen-Hohenstaufen, am Fuß des Berges
Historische Ziele
Staufer-Ausstellung, Barbarossakirche und Burgruine zu Fuß erreichbar
Zimmer
8 Nichtraucherzimmer mit Dusche und WC
Anfrage
ausschließlich telefonisch unter 07165 8062
Bezahlung
Barzahlung
Wichtig
kein Aufzug; Zimmer nur über Treppen erreichbar