Drei Modi. Zwei CPUs. Ein System, das mehrere Rollen gleichzeitig tragen sollte.
Der C128 ist für mich eines der aufschlussreichsten Commodore-Systeme. Nicht weil er besonders geschlossen oder besonders elegant wäre, sondern weil seine Architektur mehrere Ziele gleichzeitig tragen musste: vollständige C64-Kompatibilität, ein eigenständiges 128-Kilobyte-System und zusätzlich einen brauchbaren CP/M-Betrieb. Genau diese Überlagerung macht ihn interessant.
In meinem Umfeld waren C128 und C128D Arbeitsgeräte, keine Schaustücke. Der Wechsel zwischen den Modi, die Logik des Speichermodells und die zwei vollständig getrennten Videosysteme waren keine Nebensache, sondern der eigentliche Kern des Systems. Ob das alles in jeder Situation überzeugend aufging, ist eine andere Frage. Dass Commodore diesen Anspruch überhaupt so weit in Hardware gegossen hat, ist die sachlich wichtigere Feststellung.
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Kontext und Einordnung
Der C128 erschien 1985 in einer Phase, in der Commodore zwar noch stark war, intern aber bereits mehrere Richtungen gleichzeitig verfolgte. Der C64 lief weiterhin, der Markt veränderte sich, und die Frage nach einem Nachfolger war nicht einfach zu beantworten. Genau das sieht man dem C128 an: Er ist kein klares Einzelkonzept, sondern der Versuch, mehrere Anforderungen gleichzeitig in einem System unterzubringen.
In meinem Umfeld war der C128 nie nur ein Zwischenobjekt auf dem Weg zum Amiga. Er war ein ernst genommener Rechner. CP/M lief darauf, BASIC 7.0 war das umfangreichste BASIC, das Commodore in dieser Rechnerlinie regulär ausgeliefert hat, und das 80-Spalten-System eröffnete Möglichkeiten, die auf dem C64 so nicht vorhanden waren. Wer ihn nur als erweiterten C64 liest, liest ihn zu eng.
Gleichzeitig war die Rückwärtskompatibilität zum C64 keine dekorative Zusatzfunktion, sondern eine tiefe Systementscheidung. Sie reicht bis in die Speicherlogik, in die Videosysteme und in das generelle Startverhalten hinein. Genau dadurch entsteht ein Rechner, der mehr Schichten hat als sein äußerer Aufbau vermuten lässt.
[1985] Release_Context: Commodore 128
> Marktlage: Druck aus mehreren Richtungen / intern keine einfache Nachfolgelinie
> Ziel: C64-Kompatibilität + eigene Architektur + CP/M-Fähigkeit
> Ergebnis: technisch ambitioniertes Übergangssystem
> Bewertung: aufschlussreich gerade dort, wo mehrere Ziele gleichzeitig sichtbar bleiben
Technisch interessant ist der C128 deshalb vor allem an seinen Nahtstellen. Dort zeigt sich, wie reale Entwicklungsarbeit aussieht, wenn Kompatibilität, Erweiterung und Marktdruck nicht nacheinander, sondern gleichzeitig beantwortet werden müssen.